Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 391 (sequence 394)
- Language
- German, English, Hebrew
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Pinner, Locker 391 Ueberlegen Sie sich, ob Sie nicht zu weit gehen und ob Sie dabei nicht Ihren eigenen Moschawim den Nachwuchs entziehen. Wie man offen anerkennen muß, haben die Arbeitersiedlungen den Grund dafür gelegt, daß heute eine Mittelstandssiedlung auf der Basis einer gemischten Wirtschaft in breiter Form möglich ist. Sie habet* eine Generation von Landwirten herangebildet, neue Gegenden erschlossen, Methoden geschaffen, zusammen mit der landwirtschaftlichen Versuchsstation, welche die gemischte Landwirtschaft für Juden überhaupt erst zugänglich gemacht hat. Der erste Platz der Arbeitersiedlung wird auch immer dort sein, wo neue Gegenden erobert werden. Der Mittelstand wird im großen und ganzen seine Siedlungen in der Etappe haben müssen. Aber man muß sich heute unter dem Drucke der Geschehnisse in der Galuth entschließen, diese Mittelstandssiedlung auf viel breiterer Basis zu organisieren. Sie darf nicht das Stiefkind der Kolonisation sein, sondern ein organischer Bestandteil des ganzen Aufbauwerkes. Es handelt sich wieder um keine Parteifrage. Was ich hier vorgeschlagen habe in dem Aufbau der Gesellschaft, in der Ergänzung der privaten Mittel durch öffentliche Mittel unter wirtschaftlich erträglichen Bedingungen, das zeigt uns einen Weg der Versölmung des nationalen und des privaten Kapitals, einen Weg, der, wenn Sie ihn gehen, dazu führen wird, Tausende von jüdischen Familien mit unserer Bewegung neu zu verbinden, Frieden zu stiften und Tausende von neuen Bauern zu schaffen (Beifall). BERL LOCKER (Mitgl. d. Exeknt,, zur Beantwortung der Interpellation Dr. Schmorak — spricht jüdisch): Ich wundere mich, daß es Dr. Schmorak für notwendig gehalten hat, nach der privaten Aufklärung, die ich ihm über diese Angelegenheit bereits gegeben habe, den Kongreß nochmals mit der Meldung der „Jüdischen Stimme" zu beschäftigen. Es wäre einfacher gewesen, einen Brief an diese Zeitung in Kowno zu schreiben. Ich habe mir das Originaltelegramm von der „Palcor" geben lassen, und es stellt sich dabei, wie ich Herrn Dr. Schmorak bereits gezeigt habe, heraus, daß dieses Originaltelegramm etwas ganz anderes enthält als die Mitteilung der Kownoer Zeitung. In dem Originaltelegramm heißt es: Dr. Schmorak habe vor der Gefahr gewarnt, daß sich gewisse Mitglieder des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten den Revisionisten anschließen könnten. Das ist etwas ganz anderes als das, was in der Zeitung steht. Die „Palcor" kann selbstverständlich nur für die Meldungen verantwortlich sein, die sie ausgibt, und nicht für die, welche eine Zeitung druckt. Ich darf noch einen Umstand mitteilen: Die Kownoer Zeitungen erhalten die Nachrichten nicht direkt und nicht Telegramme der „Palcor \ sondern beziehen das Material auf dem Postwege. Ich weiß nicht, wo der Irrtum geschehen ist. Aber jedenfalls glaube ich, was ich vorlas, hat klar gemacht, daß „Palcor" nicht die Nachricht verbreitet hat, über die interpelliert wurde. Und da Herr Schmorak das wußte, ehe er diese Interpellation vorbrachte, wäre es einfacher gewesen, sie nicht vorzubringen*