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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 388

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 388 (sequence 391)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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388 ij. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte hat, suchen nicht nach einem starken Wort, nicht nach einem Protest, den die stumpfen Ohren der ganzen Welt sowieso nicht hören werden, sondern die Forderung lautet: Die zionistische Bewegung möge sich rüsten, ihre starke, zielbewußte Arbeit fortzusetzen, damit sich, die Einwanderung der deutschen Juden nach Palästina verdoppele. Es gibt Möglichkeiten bei der deutschen Judenheit selbst, wenn sie nur die Unterstützung, die Hilfe uhd Anleitung und hauptsächlich das Gefühl wahrer Solidarität mit ihrem Schicksal innerhalb der zionistischen Bewegung findet (Beifall links). DR. LUDWIG PINNER (IPeltvereht. Allg. Zion., Erez Israel spricht deutsch): Ich will der beherzigenswerten Mahnung des Präsidenten der amerikanischen Zionisten folgen und nur über praktische Dinge sprechen, über Dinge, die eigentlich der politischen Diskussion entrückt sein müßten, obwohl sie seit vielen Kongressen für die Propaganda politischer Parteien mißbraucht wurden. Ich will über die Neu-Absiedlung des Mittelstandes sprechen, ein Thema, das nicht politisch mißdeutet werden sollte. Der Hintergrund ist uns allen bewußt, ein Hintergrund, der seit dem Weltkriege hinter unserem Werk steht. Drei große Schläge, die das jüdische Volk erhalten hat, die unsere Kräfte an Menschen, an Moral und an Kapital dezimiert haben, (müssen wir uns vergegenwärtigen: die Vernichtung des russischen Judentums, die Pauperisierung des Mittelstandes in Osteuropa und zuletzt den großen Schlag, den das deutsche Judentum erhalten hat, der in dem nüchternen, aber tragischen Wort von der „Ausgliederung der Juden aus der Wirtschaft44 zum Ausdruck kommt. Dieser Vernichtung und diesem Vernichtungswillen setzt der Zionismus den Aufbauwillen in Palästina entgegen, insbesondere die Ueberführung jener Familien, die im Galuth dem Ruin gegenüberstehen, in produktive Berufe in Palästina, besonders in landwirtschaftliche Berufe. Halten unsere eigenen Methoden Schritt mit dem Tempo der Vernichtung in der Galuth? Ist es nicht so, daß das Haus, von dessen Steinen wir das neue Haus bauen, schneller in Trümmer fällt, als wir Steine davon für den Bau retten können? Der Zionistischen Organisation ist es gelungen, eine breite Arbeiterkolonisation in Palästina durchzuführen. Die nationalen Fonds haben dafür den Boden und die Mittel gegeben — die Arbeiterschaft die Menschen und den Geist der Chaluziuth. Bei dieser ganzen Kolonisation lag auch die Initiative bei der Arbeiterschaft. Es war infolgedessen verständlich, daß auf dem Gebiete der Mittelstandskolonisation von Seiten der zionistischen Instanzen wenig Systematisches geschah. Andere Organisationen wie die Pica haben auf diesem Gebiete mehr getan; es wurde der Privatinitiative überlassen und bildete ein Objekt, das im Kuhhandel der Parteien begünstigt oder zurückgestellt wurde. Als3 nun die deutsche Alijah, mit deren landwirtschaftlicher Ansiedlung ich mich seit zwei Jahren beschäftige, nach Palästina kam, trat plötzlich eine neue Schicht von Mitteistand in die Erscheinung, Leute, die man im allgemeinen nicht als Mittelstand bezeichnet, bereit, sich land-

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