Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 385 (sequence 388)
- Language
- German, English, Hebrew
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Lipsky, Ben Abaron 385 einer Vorkriegsidee, die ihren ursprünglichen Sinn verlor, als der alte Sultan Abdul Hamid zu seinen Vätern versammelt wurde. In unseren Tagen geht, was der erste Judenstaatler träumte, in Erfüllung durch die Errichtung einer jüdischen Gemeinschaft in Palästina, in die eine lebendige, arbeitende jüdische Bevölkerung Leben gießt. Dieser üraum wird Wirklichkeit, wenn große Strecken Landes durch jüdische Arbeitskraft und Opferbereitschaft erlöst werden. Er ist im Wahrwerden begriffen, wenn Juden in Tausende von organisierten Siedlungen verteilt werden, die sie besiedeln und bearbeiten. Er er* füllt sich, wenn wir die Herren der Industrie und des Handels in den Gemeinden werden, wenn wir nicht nur die Städte bauen, sondern auch Eigentümer der Häuser und Fabriken sind, und wenn wir eine derartige Gesellschaft in der Heimstätte organisieren, daß das Recht auf das Land und die Dinge, die wir schaffen, in unseren Händen» bleibt und auf unsere Kinder vererbt werden kann. Theodor fferz/s Craum nimmt feste Formen an, wenn wir in den von uns erbauten Städten die Kunst der Selbstregierung lernen, wenn wir als Volk in den schwierigen Geschäften des internationalen Handels Erfahrungen gesammelt, wenn wir die Kunst des Umgangs mit anderen Völkern im In- und Ausland gelernt haben. Er nimmt die kühnen Linien der Wirklichkeit an, wenn unsere gesamte Verantwortlichkeit vergrößert, nicht beschnitten und gekürzt wird, so daß die Unterwerfung unter das jüdische Gesamtinteresse zur Sache der Selbstverständlichkeit wird, die zu ihrer Befestigung keine Sanktionen und Resolutionen durch zionistische Kongresse braucht. Einem solchen Judenstaat als Gemeinschaft verhelfen wir zum Leben, wenn wir ohne Nörgelei oder Widerstand die Idee der Arbeit als unentbehrliches Element des nationalen Interesses postulieren, wenn wir den Begriff der Arbeit heiligen und sie zur Grundlage des Gemeinwesens machen, ihr einen Platz unangreifbarer Gleichberechtigung im kulturellen und wirtschaftlichen Leben zuweisen. Einen solchen Judenstaat fördern und vergrößern wir, wenn alle Formen der ökonomischen Interessen, private, öffentliche, kollektive oder individuelle, sich zu freiwilliger Zusammenarbeit vereinen, zu einer Körperschaft, in der die nationalen Interessen einen beherrschenden und kontrollierenden Einfluß ausüben. Wenn der Luzerner Kongreß nicht nur den Frieden and die Verständigung unter allen Parteien im Zionismus fördert, sondern außerdem die Errichtung eines nationalen Economic Council in die Wege leitet, der die Gesamtverantwortung für das Kapital zu tragen hat, ebenso wie es ein Gesamtarbeiterinteresse gibt, so wird dieser Kongreß dio ökonomischen Grundlagen für ein stabiles Gemeinwesen in Palästina legen und als denkwürdig und historisch in die Geschichte eingehen (Lebhafter Beifall auf allen Seiten). L BEN AHARON (Arb., Erez Israel — spricht hebräisch): Wir haben in dieser Diskussion zwei grundlegende Arten der Kritik an dem Wege der Arbeiterbewegung gehört. Die eine Art negiert die Leistun- 25