Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 384 (sequence 387)
- Language
- German, English, Hebrew
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384 / j. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte schaftliche Individualismus in Palästina eine Form der Anarchie an, die nicht nur selbstzerstörend ist, sondern überdies die gesunde wirtschaftliche Entwicklung, die individuelle sowohl wie die nationale, untergräbt. Ebenso wie früher die nationalen Quellen und die moralische Autorität der Zionistischen Organisation zur Schaffung einer gesunden, freien, national denkenden Arbeiterschaft in Palästina durch Mitarbeit und gegenseitige Verständigung und Unterstützung herangezogen wurden, so fordert heute der neue Geist in zionistischen Dingen, fordert unsere nationale Selbstverteidigung die Bildung eines Zusamtneii- Schlusses imierlxtlb des Komplexes der Wirtschaft in Palästina für alle jüdischen Wirtschaftszweige in Industrie, Handel und Finanzen, national, öffentlich oder halböffentlich, kollektiv oder individuell, mit dem Zweck, all diese Faktoren unter den Einfluß des nationalen Wirtschaftsprogramms und der nationalen Idee zu bringen und gegen die Konsequenzen eines ungeregelten, destruktiven Konkurrenzkampfes auf ökonomischen: Gebiet zu schützen. Ich hoffe, der Kongreß wird auf weitere Einzelheiten des Vorschlags eines Wirtschaft samt es eingehen, der von verschiedenen Diskussionsrednern vorgebracht wurde. Der Vorschlag wird von den amerikanischen und englischen Zionisten unterstützt und wurde von der Exekutive aufgenommen. Die Formen müssen noch ausgearbeitet werden, und zwar hauptsächlich zusammen mit allen wirtschaftlich Interessierten. Der Economic Council muß eine Körperschaft werden, in der alle Formen des in Palästina arbeitenden jüdischen Kapitals vertreten sein müssen. In ihm sollen die ökonomischen Erfahrungen aller jüdischen Elemente und Faktoren zusammengefaßt sein; in ihm sollen die Vertreter unserer nationalen Institutionen die legitime Gelegenheit haben, die Arbeit der Allgemeinheit auf wirtschaftlichem Gebiet für weitere nationale Zwecke nutzbar zu machen. Viele von uns benützen das Wort vom „nationalen Interesse"; es wird oft als leere Formel gebraucht. Eine bestimmte und klare Definition wird jedoch vermieden. Manchmal wird es verwendet, um für die wachsende nationale Heimstätte alte, überholte Auffassungen zum Ausdruck %\x bringen, die auf eine die Renaissance des jüdischen Schöpfertums erstrebende jüdische Gemeinschaft nicht passen. Unter der Maske „nationaler Interessen44 schauen oftmals Galuthvorurteile und -gewohnheiten hervor. Eine zweite Formel bildet das Wort vom ,Judenstaat"V klarer und deutlicher ausgedrückt, wenn man — wie es die Propagandisten des Judenstaats tun — hinzusetzt, „zu beiden Seiten des Jordan44. Herr Großmann möchte auf zionistischen Kongressen und in der jüdischen Presse als ein Mann des Mutes und der Kühnheit gelten. Und Herr Stricker erhebt seine Stimme und &:ine Hand zur Warnung, wenn seine Formel nicht von der ganzen Zionistischen Organisation angenommen wird. Beide, Herr Großmann und Herr Stricker, sehen nicht, wie färb- und sinnlos die Formel wird angesichts der Wirklichkeiten der zionistischen Welt. Sie ist eine leere Formel. Sie ist der Abglanz