Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 383 (sequence 386)
- Language
- German, English, Hebrew
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Lipsky 385 Die verschiedenen Arbeiierinstitutionen und die IPirtscIwfisunternehmungen der Arbeiterschaft wurden durch die aufeinanderfolgenden Zionistischen Exekutiven gepflegt und gestärkt. Es wurde stets als Pflicht der Zionistischen Organisation betrachtet, eine Arbeiterschaft! zu schaffen, zu erhalten und zu erweitern; denn ohne sie wäre die Heimstätte nicht national zu nennen. Zu allem, was die Arbeiterschaft geleistet hat, weigern wir uns nicht bloß, uns als Opponenten zu gebärden, sondern wir erheben den Anspruch und werden ihn immer erheben, Partner bei all ihren Leistungen zu sein, mit ihnen gleicherweise der Oeffentlichkeit wie dem Kongreß gegenüber verantwortlich. Die frühere Auffassung des Wertes der Arbeiterschaft begann nach dem Zusammenbruch der vierten Alijah in der zionistischen öffentlichen Meinung zu verschwinden. Sie litt durch die Ereignisse des Jahres 1929 und die Unruhe, die nach dem Paßfield-Weißbuch entstand. Die ganze zionistische Well war schwer getroffen, und in dieser Depression blühte der Parteigeist auf, dem Zweifel, der Kritiksucht, dem Mißtrauen und dem Vorurteil waren alle Wege geöffnet. Zweifellos hat auch die wirtschaftliche Demoralisierung der verschiedenen wichtigen jüdischen Zentren die Lage ernstlich erschwert. Heute stehen wir vor einer Aera ungeheurer Möglichkeiten und hoher nationaler Verantwortung. Wir stehen an der Schwelle noch nie dagewesener Entwicklungen in Palästina und den Nachbarländern. Zum ersten Mal in der jüdischen Geschichte ist Palästina darauf vorbereitet, eine große jüdische Wanderbewegung aufzufangen und die Opfer einer der heftigsten antisemitischen Bewegungen, die je die europäische Bühne zeigte, aufzunehmen. Der neue Geist, der im Zionismus ersteht, löscht aus unserer Welt die Vorurteile, die Befürchtungen und die Bunruhigungen aus, die uns stets entgegentraten, und wir gehen aus dieser Situation stärker und weitsichtiger als je hervor1. Wir sind bereit, mit Aussichten zu arbeiten, die noch vor wenigen Jahren phantastisch und visionär erschienen wären. Ich habe aber den Mut, zu behaupten, daß unsere nationale Sicherheit sticht geschützt ist und daß ein wirtschaftlicher Zusammenbruch nicht vermieden werden kann, wenn wir nicht in den Status unserer praktischen natürlichen Interessen ein großes Gebiet, ein Gebiet, das niemals so aktiv war wie heute, das Gebiet des Privatkapiials oder der Privatinitiative, das Gebiet der privaten Industrie, des Handels und der Finanzen einbeziehen. Weil sie von einem Meer der wirtschaftlichen Depression umgeben ist, weil sie unter dem Einfluß der demoralisierenden Industrie und des Handels anderer Völker steht, weil sie von deren schwankenden Valuten und einander bekämpfenden Programmen abhängig ist, dürfen wir die Wirtschaft der jüdischen Gemeinschaft Palästinas nicht ohne Kontrolle und Führung durch eine übergeordnete Instanz lassen, für die ein weitschauender Plan entworfen jund ausgearbeitet werden muß. Man darf von den jüdischen Opfern des Zusammenbruchs des Kapitalismus in der Galuth nicht erwarten, (daß sie ohne eine derartige Führung eine anständige, stabile Wirtschaft aufbauen. Wie hier viele bezeugt haben, nimmt der tvirt-