Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 381 (sequence 384)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3476254-3476292--9425-3485576- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Remez, Goldmann, Mereminski, Schmorak, Lipsky 381 dem, was Herr Mereminski gesagt hat, will ich erklären, daß ich diese Zwischenrufe nicht gehört habe. Aber wir werden im Präsidium darüber sprechen, daß gegen Delegierte, die solche Zwischenrufe machen, Disziplinarmaßnahmen ergriffen werden. Ich erteile Herrn Dr. Schmorak das Wort zu einer Interpellation. DR. EMIL SCHMORAK {Weltverb. Allg. Zion.< A.C. ..... spricht jüdisch): In der jüdischen Tageszeitung „Jüdische Stimme*' in Kowno ist ein Bericht erschienen, der sich auf die Korrespondenz „Palcor" beruft und von der vor dem Kongreß begonnenen und jetzt noch tagenden Konferenz des Weltverbandes Allgemeiner Zionisten handelt. In) dem Bericht heißt es u. a.: „Zum Schlüsse warnte Dr. Schmorak die linke Gruppe und erklärte, daß, wenn keine Koalition oder keine Koalition im Sinne der Forderungen der B-Gruppe geschaffen würde, diese Gruppe aus der Zionistischen Organisation austreten und sich mit den Revisionisten verbinden werde/' Diese Mitteilung ist vollkommen unrichtig. Ich habe in meinem Referat solche Behauptungen weder dem Sinn noch dem Inhalt nach aufgestellt. Das ist ein Beispiel, wie man Stimmung macht und die öffentliche Meinung gegen gewisse, unbequeme Gruppen im Zionismus mobilisiert. Die „Palcor" ist ein offizielles Nachrichtenbüro der Zionistischen Organisation, und einer Verbreitung falscher Nachrichten durch diese Agentur müssen wir auf das schärfste entgegentreten. Ich frage die Exekutive und das Präsidium des Kongresses an, was sie zu tun gedenken, um eine wahrheitsgetreue und objektive Berichterstattung durch die „Palcor" sicherzustellen; gleichzeitig frage ich die Exekutive, welche für die „Palcor" verantwortlich ist, an, ob es in ihrem Interesse, im Interesse des Kongresses, der Bewegung oder irgendeiner Partei liegt, falsche Nachrichten über den Patriotismus, einer Gruppe gegenüber der Zionistischen Weltorganisation zu verbreiten. VORS. VIZEPRÄS. DR. GOLDMANN: Auf diese Interpellation wird Herr Locker antworten. Da Herr Locker gegenwärtig in einer anderen Sitzung ist, wird die Antwort später, jedoch noch am heutigen Abend, erfolgen. Wir fahren nunmehr in der Generaldebatte fort. Das Wort hat Herr Lipsky. LOUIS LIPSKY (Mitglied der Exekutive — spricht englisch): Die Generaldebatte hat sich in Gegen- und Sclhmähreden sehr große Selbstbeschränkung auferlegt. Dennoch wird es der neuen, vom Kongreß zu wählenden Leitung an Kenntnis der Stimmungen der Parteien und Fraktionen innerhalb der Organisation nicht fehlen. Sie wird sich klar über die Fragen sein, die uns trennen, und über das Arbeitsprogramm, das uns alle eint. Ich glaube, ich spreche die Ansicht der Zuhörer aus, wenn ich sage, daß eine Generaldebatte auf einem Zionistenkongreß ßeltea so echt den Wunsch zum Ausdruck gebracht hat, nach Wegen praktischer Verstätidigung zu suchen, und den festen Willen, die Partei-Interessen den nationalen Interessen unterzuordnen. Auf frü-