Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 378 (sequence 381)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3476254-3476292--9422-3485573- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
378 /j. Kongreß-Sitzung: Interpellationen handelt werden muß. Es handelt sich hier nicht um die abstrakte Frage, ob für oder gegen den Transfer, ob für deutsche Waren — für jüdisches Geld — oder nicht. Dieses Bankinstitut gehört der Zionistischen Organisation und über sein Schicksal hat stets der Kongreß oder andere zionistische Instanzen zu entscheiden. Wir haben nicht nur das Recht, sondern/die Pflicht, zu dieser Angelegenheit offen unsere Meinung zu sagen. Es handelt sich hier auch um einen ganz speziellen Fall. Denn es sind nicht beliebige deutsche Waren, sondern es geht um deutschen Zement, während es in Erez Israel eine Zementfabrik gibt und eine zweite gebaut wird. Es geht auch um unseren Kampf für Tozeret Haarez. Man kann nicht an die jüdische Jugend appellieren, diesen Kampf zu führen, gleichzeitig aber ihr den Mund verstopfen und die Unterstützung der nationalen Institutionen versagen. Der Kongreß darf nicht zulassen, daß unsere Jugend für ihren Kampf gegen deutsche Waren, gegen die Verwendung von deutschem Zement beim Bau der A.P.B, ins Gefängnis wandert. Die zionistische Welt wird nicht begreifen, warum der Kongreß diese Frage nicht behandeln wollte. Ohne Rücksicht auf die Wünsche der Majorität glaube ich, daß es in der Arbeiterfraktion noch genug Menschen gibt — wir haben ja die Meünting von Kaplansky und Jarblum gehört - die ohne Rücksicht auf die Gegenargumente zusammen mit anderen Teilen dieses Kongresses eine starke Mehrheit bilden werden, welche die Behandlung der Frage im Plenum verlangen wird (Beifall rechts). VORS. VIZEPRÄS. DR. GOLDMANN: Das Präsidium hat beschlossen, eine eigene Subkommission, bestehend aus Mitgliedern der politischen und der galuthpolitischen Kommission, zu bilden, die sich speziell mit dem Fragenkomplex des Transfer beschäftigen soll. DAVID REMEZ (Arb., £rez Israel - spricht hebräisch): Die schwere, tragische Frage des Transfer belastet seit zwei Jahren den zionistischen Kongreß, die zionistische Bewegung und Erez Israel. Im Umkreis schwerer, tragischer Fragen gibt es stets leichte Gewinne. Meiner Meinung nach ist es unter der Würde des Kongresses, diese schwere Frage jetzt zu behandeln, nachdem ein Beschluß des Kongreßpräsidiums und des A.C. vorliegt, an dessen Zustandekommen auch die Partei des Herrn Großmann beteiligt ist. Im A.C. wurde ein Uebereinkommen getroffen und mit Rücksicht auf die Schwierigkeit der Frage, die Ehre des jüdischen Volkes, die gegenwärtige Lage der zionistischen Bewegung und ihre Pflicht gegen die deutschen Juden mit Zustimmung aller Parteien, einschließlich der Judenstaatspartei, beschlossen, diese Frage an eine spezielle Subkommission der politischen und der Galuth-Kommission zu überweisen. Bei dieser Sachlage glaube ich, daß der Kongreß sich mit der Interpellation Großmann nicht befassen soll, er kann sich auch nicht m^t der Sorge um die jungen Leute befassen, die in Tel Aviv Posten standen, möge ihre Absicht noch so ehrenvoll gewesen «ein. Es besteht ein Uebereimkommen aller Parteien, daß sich das Plenum des Kongresses nicht mit dem