Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 374

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 374 (sequence 377)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3476254-3476292--9418-3485569
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

374 / j. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte diesem Kongreß beinahe nicht geredet wird, all das, was es bei einer aktiven Mandatspolitik an Möglichkeiten geben kann, wieder auf nichts reduzieren würde; ich spreche von der arabischen Immigration. Sie wissen es, die Exekutive weiß es und die englische Regierung weiß es: diese arabische Immigration ist durchaus nicht geringfügig, und wenn es so weiter geht, kann der Erfolg der sein, daß Palästina nicht das jüdische Nationalheim, sondern das bevorzugte Konzentrationsland der arabischen Welt wird. Ich spreche nicht vom Judenstaat und von politischen Bedingungen, es handelt sich hier um eine Angelegenheit der wirtschaftlichen Attraktion. Eines ist sicher: das Land, welches das jüdische Nationalheim werden soll, darf nur ein Immi grationsland für Juden und nie ein Immigrationsland für nicht jüdi sehe Bevölkerungselemente sein. Jede nichtjüdische Immigration nach Palästina ist aus dem Wesen der Sache heraus illegal. Ich verweile nicht bei den politischen Angelegenheiten. Ich will nur darauf hinweisen, daß ich befürchte, daß die Immigrationsfrage am verkehrten Ende angepackt wird. Ich weiß, daß wir zu wenig Zertifikate bekommen. Aber wenn man immer nur davon spricht, so vergißt man, daß der Schwerpunkt der Angelegenheit genau am anderen Ende liegt. Denn wenn man die arabische Immigration unterbinden würde, dann würde die Vermehrung der jüdischen Zertifikate auch im englischen Interesse liegen. Und damit komme ich zu dem Zusammenhang zwischen politischen und wirtschaftlichen Fragen, der weit größer ist, als man gemeinhin annimmt. Ich will nicht über den Legislative Council sprechen; es ist klar, daß wir ihn ablehnen müssen. Aber die Frage ist, wie wir dann Zugang zur Verwaltung des Landes bekommen; denn diesen Zugang haben wir nicht. Wir reden viel von nationalem Kapital. Dieses Wort wird falsch angewendet. Wir sollten lieber von Spendengeld und Steuergeld reden. In der ersten Zeit der Entwicklung mußte Spenden - geld das Steuergeld ersetzen. Jetzt gibt es bereits jüdische Steuern, aber die Jewish Agency wird nicht einmal zur Beratung über die Ver Wendung der jüdischen Steuern hinzugezogen. Alle unsere Spendenarbeit wäre vielleicht schon überflüssig, wenn das jüdische Volk wirk lieh die Verfügung über die jüdischen Steuergelder hätte. Die Zu sammenhänge zwischen Politik und Wirtschaft sind eben außerordent lieh eng. Wenn ich über Wirtschaft spreche, so ist es mir angenehm, fest stellen zu können, daß diese Exekutive in der Frage der zionistischen Finanzen außerordentliche Arbeit geleistet hat, und zwar nicht in erster Linie deshalb, weil es ihr endlich gelungen ist, eine Anleihe für die Konsolidierung der schwebenden Schuld zu erlangen — da haben die Umstände mitgeholfen —, sondern weil diese Exekutive auch die inneren Bedingungen für die Aufnahme der Anleihe geschaffen hat. Sie hat das getan, wogegen die Zionistische Organisation seit jeher kämpfte, sie hat gespart, bis ihr Budget im Gleichgenvicht war, so daß man ihr Geld leihen konnte. Ich will damit nicht sagen, daß ich dem neuen Finanzplan der Exekutive in manchen Punkten nicht mit einigen Be-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.