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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 375

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 375 (sequence 378)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Bernstein denken gegenüberstehe. Ich habe die Daten noch nicht genau gesehen, aber ich habe bereits bemerkt, daß in den Berichten eine Darstellung der finanziellen Lage der Agency fehlt. Vielleicht wird sie dem Council vorgelegt werden, ich halte es aber für verfehlt, daß sio nicht auch dem Kongreß vorgeführt wird. Aber ich möchte noch weiter gehen: Da die Zionistische Organisation die Ausführung ihrer kolonisatorischen Aufgaben nun einmal der Histadruth übergeben hat {Unruhe links) — ich halte es nicht für gut, daß es so ist —, habe ich den Wunsch, daß alle Institutionen der Histadruth ihren Finanzbericht dem Bericht an den Zionistenkongreß beifügen. Wenn wir schon nichts über unser Geld zu sagen haben, wollen wir doch wissen, was damit geschieht. Ich komme zum Thema der Organisation. Es tut mir sehr leid, konstatieren zu müssen, daß diese Exekutive, die ich, wenn sie auch politisch meinen Anschauungen entgegengesetzt ist, gern an der Arbeit gesehen habe, #uf dem Gebiete der Organisation vollständig versagt hat. Nicht die kleinste Verbesserung ist zustande gekommen. Ich glaubte, daß der Austritt der Revisionisten wenigstens als Warnungssignal empfunden werden würde. Leider ist dies nicht der Fall. Man streitet nun iiber die näheren Umstände dieser Abspaltung, vergißt aber, daß eine Organisation doch nicht unter Bruderkuß und Orgeltönen aus dem Leim geht. Herr Stricker hat das große Wort von der Totalität gebraucht. Man kann darüber streiten, ob man über den Judenstaat sprechen soll oder nicht, aber eines sollte klar sein: wenn man sich einbildet, daß die Zionistische Organisation ein Judenstaat ist, dann muß diese Fiktion absolut zum Verderben führen. Man kann in einer Organisation nicht die Macht erobern. In einem Staate ist dies möglich, in einer Organisation geht es nicht. In einem Lande muß man bleiben, in einer Organisation muß man nicht bleiben. Man kann eben in einer Organisation nicht die Macht erobern, und es ist mir ganz klar, daß alle Vorschläge, die man in bezug auf Neugestaltung der Organisation machen kann, eine innere Wandlung in dieser Anschauung zur Voraussetzung haben. Aber man wird diese innere Wandlung nicht erreichen, wenn man nicht die Basis der Organisation ändert. Ich kann sehr gut verstehen, daß man Sozialist oder Kommunist oder Faschist ist. Die Frage ist nur — was können wir uns im Zionismus leisten? Können wir es vertragen, innerhalb des Zionismus all die Politik zu machen, die wir draußen nicht machen können? Ich fürchte, wir können es nicht, wir können uns nicht den Luxus anderer Völker leisten. Dann aber müssen wir uns landsmannschafltlich organisieren und versuchen, Parteianschauungen etwas zurückzustellen. Dies ist der Kern des Problems. Darum bitte ich Sie, schauen Sie nicht zu sehr auf Ihre eigenen Parteiangelegenheiten; sonst könnte es geschehen, daß auf dem kommenden Kongreß vielleicht überhaupt nur noch eine Partei vorhanden ist. Dieser Sieg aber wäre eine Niederlage (Betfall).

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