Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 372 (sequence 375)
- Language
- German, English, Hebrew
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372 / j. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte Rolle zu spielen. Die historische Aufgabe der Zionistischen Organisation ist nicht beendet. Sie hat eben erst begonnen (Lebhafter Beifall),. PAUL GOODMAN (IPeliverein. Allg. Zion., England — spricht englisch): In London fand vor einigen Monaten eine internationale Konferenz der Sephardim statt, auf welcher eine Weltunion der s^- phardischen Gemeinden geschaffen wurde. Als einer von denen, die diese Konferenz mit einberufen haben, fühle ich mich berechtigt und verpflichtet, auf diese sephardische Bewegung hinzuweisen. Es ist wohl überflüssig, hier die glorreiche Vergangenheit der Sephardim zu erwähnen*, aber es muß betont werden, daß die Sephardim die ersten waren, die den alten Jischuw gegründet haben. Es ist auch nicht ohne Interesse für uns, daß der Sepharde Moses Montefiore, dessen 50. Todestag auf den 15. dieses Monats fiel, einer der größten Chowewe Zion und ein Vorkämpfer für die politischen und praktischen Ziele des Zionismus schon vor fast einem Jahrhundert war. Es besteht die Gefahr, daß wir, während wir uns mit den sehr drin genden Problemen Ost- und Zentraleuropas beschäftigen, diese sephar dische Welt ganz aus den Augen verlieren. Die sephardische Diaspora erstreckt sich, abgesehen von den Großgemeinden in London, Amsterdam, Paris und New York, von Portugal über Nordafrika quer durch Asien bis nach Indien und Shanghai, sie spielt eine große Rolle in den Balkanländern und hat auch in Südamerika festen Fuß gefaßt. Dieser Teil des jüdischen Volkes stellt nicht nur Forderungen an die Zionistische Organisation, sondern hat ihr auch viel Wertvolles zu geben. Diese farbenreiche sephardische Diaspora besitzt Elemente, die zum größten Teil noch urwüchsig jüdisch sind, noch national-jüdisch fühlen, die eine besondere Note in die nationale Symphonie hineintragen können. Lassen wir daher diesen Teil unseres Volkes nicht unbeachtet! Tun wir das, so werden sich mit Sicherheit unter den zionistisch gesinnten Sephardim separatistische Tendenzen entwickeln, die weder ihnen noch der Bewegung zum Segen gereichen können. Dieser unbeabsichtigte Separatismus, den ich bekämpft habe, beruht darauf, daß nach der Meinung der Sephardim die berechtigten Forderungen d.u* Sephardim in den Fragen der Hachscharah und Alijah, bei der Verteilung von Zertifikaten und bei der ländlichen Ansiedlung auf Boden des Nationalfonds bei den Leitern der Organisation, die für besondere Probleme und Wünsche der Sephardim keine Sympathie übrig haben, kein Gehör finden. Es kommt aber nicht nur auf die mehr oder weniger berechtigten Forderungen der Sephardim an, sondern auch darauf, daß die Ausschaltung eines so wichtigen Teiles unseres Volkes der Aufbauarbeit in Erez Israel großen Schaden bringt. Dort können doch die sephardischen Elemente, die autochthon im Orient sind, die eine Vermittlung zwischen ihren aschkenasischen Brüdern und der arabischen Bevölkerung Palästinas darstellen, die den Wohllaut der hebräischen Sprache in ihrer ganzen ursprünglichen Schönheit erhalten und dem neuen Jischuw übermittelt haben, manches Eigenartige und Wertvolle unserem gemeinsamen nationalen Heim geben. ^vS5S»»^