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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 370

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 370 (sequence 373)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476292--9414-3485565
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370 / j. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte die ganze Welt zusieht und zuhört. Ich bezweifle, ob es klug ist, die zum größten Teil feindlich gesinnte Welt mit allen Unvollkommenheiten der Zionistischen Organisation und der zionistischen Führer bekannt zu machen. Ist daher nicht die Zeit gekommen, die Generaldebatte derart zu modifizieren, daß sie der Behandlung der praktischen Probleme, die dringend gelöst werden müssen, zeitlich untergeordnet wird? Natürlich meine ich damit keine Beschränkung der Redefreiheit. Ich schlage aber vor, daß angesichts der wichtigen Dinge der größere Teil des Kongresses der Diskussion über einzelne, konkrete Vorschläge gewidmet sein soll. Ich halte es nicht für unvernünftig, anzunehmen, daß die hier als Vertreter ihrer Organisationen Versammelten einiges über zionistische Prinzipien und zionistische Fragen wissen. In der kurzen Zeit, die mir zur Verfügung steht, möchte ich die Aufmerksamkeit des Kongresses ferner auf die Haltung der Delc gation der Amerikanischen Zionistischen Organisation, zu der auch die Hadassah und die Wizo gehören, und auf einige wichtige Pro bleme lenken, deren Behandlung wir als dringend betrachten. Wir schlagen eine Behandlung dieser Fragen durch die Fraktion vor, mit der wir die Ehre haben zusammenzugehen. Wir glauben, daß unser Werk in Palästina in liberalem und fortschrittlichem Geiste weiter geführt werden muß, und daß unsere Politik derart geführt werden muß, daß das jüdische nationale Interesse über allen Parteien und Klassen steht und allen Teilen der jüdischen Bevölkerung Gelegenheit gegeben wird, ihr Leben in normale Bahnen zu leiten, sodaß das zionistische Streben nach Errichtung eines jüdischen Nationalheims in Palästina im wahrsten und vollsten Sinne verwirklicht wird. Wir glauben, daß wir, wenn wir zu dem wirtschaftlichen Fortschritt in Palästina Vertrauen haben, für unsere zukünftige wirtschaftliche Tätigkeit einen Plan für eine ganze Reibe von Jahren aufstellen müssen, wollen wir die Fehler der Vergangenheit und die Mängel vermeiden, die eine planlose Entwicklung mit sich bringt. Wir legen großes Ge wicht auf die Errichtung einer ökonomischen Plankommission (Planning Commission), die Methoden für die Zusammenarbeit und Anregung wirtschaftlicher Unternehmungen in Palästina sowohl privater wie nationaler Natur ausarbeiten soll. Ich denke an niemand Bestimmten, halte es aber für notwendig» zu erklären, daß der Glaube weit verbreitet ist, die Verteilung der Zertifikate sei durch Unbilligkeit charakterisiert. Ob dieser Glaube auf Tatsachen beruht oder nicht — es ist notwendig, daß unsere Methoden für alle diese wichtigen Fragen revidiert werden und daß wir der jüdischen Oeffentlichkeit die Ueberzeugung geben, daß bei der Verteilung der Zertifikate strenge Unparteilichkeit herrscht. Ein Problem, das großen Umfang angenommen hat, ist die wachsende Konkurrenz unter den zionistischen Fonds, besonders in Amerika. Dies ist keine Angelegenheit, die lokal zu regeln ist, sie erfordert' vielmehr das Eingreifen des Kongresses; sonst werden wir unsere Tätigkeit selbst unterbinden.

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