Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 369 (sequence 372)
- Language
- German, English, Hebrew
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Jarblum, Rothenberg 369 uns, obwohl wir in der glücklichen Lage sind, einen Teil der deutschen Juden retten zu können, einem solchen Kampfe anschließen und ihn bis zu Ende führen. Das wird uns, dem Zionismus, und auch dem deutschen Judentum die besten Resultate bringen, weil die Juden sehen werden, daß der Zionismus die Rechte des jüdischen Volkes und seine Ehre am besten verteidigt, und die Millionenziffer unserer Schekel verdoppeln und verdreifachen (Lebhafter Beifall). MORRIS ROTHENBERG (Weltverein. Allg. Zion., Amerika — spricht englisch): Gestatten Sie mir zunächst, zu sagen, daß die amerikanischen ebenso wie die anderen Zionisten mit tiefer Besorgnis die Parteizwistigkeiten in unserer Bewegung während der letzten Jahre und die Gefahren beobachtet haben, die sie nicht bloß für die Struktur der Zionistischen Organisation, sondern auch für die Zukunft unseres Werkes in Palästina bedeuten. Es waren Streitigkeiten, die auf den letzten Kongressen ein bitteres Echo fanden. Mit Befriedigung begrüßen wir daher das hohe Niveau dieses Kongresses und hoffen ernstlich, daß es eine Rückkehr zu der leuchtenden Tradition unserer früheren Kongresse bedeutet, aus denen die Zionisten der ganzen Welt einen großen Teil der Begeisterung schöpften, die sie befähigte, weiter zu arbeiten und das zu leisten, was wir heute in Palästina verherrlichen. Dennoch möchte ich mir respektvoll gestatten, für die kommenden Kongresse eine Aenderung der Geschäftsordnung vorzuschlagen, die — so scheint es mir — durch die Wandlung der zionistischen Sache notwendig geworden ist. In den früheren Stadien unserer Bewegung bildete der Zionistenkongreß in erster Linie ein Forum für die Darlegung und Verbreitung der zionistischen Lehre, der zionistischen Ziele und Bestrebungen, sowohl innerhalb der jüdischen wie der nicht jüdischen Welt. Die praktischen Probleme, mit denen der Kongreß sich damals zu befassen hatte, waren einfach und gering an Zahl. Unter diesen Umständen bildete die Generaldebatte das Hauptstück des Kongresses und bot Gelegenheit, die zionistische Ideologie in weitem, unbegrenztem Maße zu diskutieren. Die Wandlung vom theoretischen zum praktischen Stadium des Zionismus, die mit der Balfour-Deklaration einsetzte, bringt die Notwendigkeit einer Aenderung der Geschäftsführung des Kongresses mit sich. Wir stehen heute vor einer Reihe praktischer, verwickelter Probleme verschiedener Art. Obwohl man den Kongreß oft als Parlament bezeichnet hat, unterscheidet er sich von einem Parlament dadurch, daß er nur für ganz kurze Zeit zusammentritt, in der alle seine Geschäfte erledigt werden müssen. Immer noch aber verwenden wir Sitzung für Sitzung für die Generaldebatte, die keinem besonderen Problem gewidmet ist und stark ideologischen Charakter hat, während die wichtigen Geschäfte des Kongresses den letzten Tagen vorbehalten bleiben und daher in Eile erledigt werden müssen. Auf den früheren Kongressen bot die Generaldebatte, statt als Instrument für die Klarstellung wichtiger, vom Kongreß zu behandelnder Probleme zu dienen, hauptsächlich Gelegenheit zu Parteipolemiken, die bestenfalls eine interne Angelegenheit sein sollten und kein Schauspiel, dem 24