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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 368

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 368 (sequence 371)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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368 / j. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte muß Aufgabe der künftigen Exekutive sein, unsere politische Aufklärungsaktion entsprechend zu verstärken. Auf diesem Kongreß fehlt der Teil des jüdischen Volkes, den Ben- Gurion als den schönsten und besten des jüdischen Volkes und des Zionismus bezeichnet hat: das russische Judentum. Gerade in Rußland, dem einzigen Land der Welt, in dem der Antisemitismus als Verbrechen gilt, gerade in diesem Land werden zu unserem Bedauern unsere nationalen Rechte stark beschnitten. Die Hunderte von Völkern, die Rußland bewohnen, haben unbegrenzte Freiheit für ihre kulturelle und nationale Entwicklung. (Zivisebenruf M. USSISCHKIN: Und die Verfolgung des Hebräischen?) Ich sage doch: unter all den Völkern, die sich in Rußland frei entwickeln können, sind wir das einzige, dem Unrecht geschieht. Hebräische Kultur und Zionismus werden als Verbrechen betrachtet. Das steht nicht nur im Widerspruch zu unseren Grundsätzen, sondern auch im Widerspruch zur KonstU tution Sowjetrußlands, die das absolute Recht der Völker auf natio nale Entwicklung anerkennt. Freiheit für die hebräische Sprache und Kultur, für den Zionismus und Zusammenarbeit mit der Weltjuden heit für die Interessen des Judentums enthält absolut nichts, was der Verfassung und dem Regime Sowjet-Rußlands widerspricht. Unserer zukünftigen Exekutive eröffnet sich hier eine gewaltige Aufgabe. Sie hat unter Berufung auf die sowjetrussische Konstitution unser Recht zu fordern. Und es wird ein kolossaler Erfolg sein, wenn auf dem XX. Kongreß die Vertreter des russischen Judentums wieder in unserer Mitte sitzen werden (Stürmischer Beifall). Sie sind mit uns verbunden und werden wieder wie früher ihren Platz in unserer Arbeit und in der jüdischen Geschichte einnehmen. Nun zu Deutschland: Antisemitismus ist ein offizieller Programm punkt der Regierung der gegenwärtigen Machthaber in Deutschland, die ihre Aufgabe darin sehen, die jüdische Rasse und das jüdische Volk auszurotten. Wir sind letzthin ohnmächtig geworden und haben aufgehört, dagegen zu kämpfen. Das ist eine große Gefahr für uns, für unsere Tätigkeit und unsere Ehre. Von dieser Tribüne will ich unserem Mitgefühl mit dem jüdischen Volke in Deutschland Ausdruck geben, das unter der Herrschaft des dritten Reiches schwer leidet. Unser Gruß und unser Mitgefühl gilt aber nicht minder der deutschen Arbeiterschaft, die zusammen mit den Juden von der Herrschaft des dritten Reiches gequält wird (Stürmischer Beifall bei der Arbeiterfraktion). Zusammen mit der internationalen Arbeiterschaft, mit allen demokratischen Kräften und der ganzen zivilisierten Welt sollten wir den politischen und geistigen Boykott des dritten Reiches organisieren. Die sozialistische Internationale hat ein Manifest gegen die barbarische Verfolgung von Arbeitern und Arbeiterführern, sowie gegen den Antisemitismus des dritten Reiches erlassen. Auch uns darf dieses wilde Regime nicht gleichgültig lassen. Gemeinsam mit der ganzen Kulturwelt sollten wir es bekämpfen. (Zivischenruf rechts: Und der Transfer?) Sie haben doch gehört, daß ich vom völligen Boykott des dritten Reiches gesprochen habe. Wir sollten

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