Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 367 (sequence 370)
- Language
- German, English, Hebrew
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K. Schwarz, Abrahams, Jarblum 367 minister bei der Eröffnung einer Palästina-Ausstellung in London sprach, sagte er: „'Wir werden weiter ablehnen, aber Sie müssen weiter verlangen und Sie werden bekommen, was Sie verlangen.44 Alle Parteien machen Fehler; denn ihre Mitglieder sind nur Menschen, aber alle müssen Zoleranz üben. Was für einen Zweck hat es, um Terminologien zu kämpfen — ob wir den Judenstaat auf diesem oder auf jenem Wege erreichen sollen? Und die Judenstaatspartei selbst mußte ja inkonsequent handeln, indem sie in Palästina ihre Wünsche der Regierung in modifizierter Form formulieren mußte. Wir wollen alle eine große Immigration und viel Land. Wir bedauern die Bodenspekulation; daher rege ich an, daß die Industrie nicht in Tel Aviv konzentriert werden soll; dann werden die Bodenpreise nicht so hoch sein. Es wäre an der Zeit, zu zeigen, daß wir uns selbst regieren können. Wenn wir über Persönliches hinwegkommen, dann werden wir auch eine wirkliche Heimstätte für das jüdische Volk errichten können (Beifall). M. JARBLUM (Arb., Frankreich spricht jüdisch): Dieser Kongreß ist ohne Zweifel eine der schönsten Erscheinungen nicht nur in der Geschichte des jüdischen Volkes, sondern auch in der Geschichte der Völker der Gegenwart. Es ist außerordentlich erfreulich, daß in einem Moment, wo in so vielen Ländern die Säulen der Demokratie erschüttert werden, das jüdische Volk in sein Parlament eine kolossale Mehrheit entsandt hat, die mit beiden Füßen auf dem Boden der Demokratie steht: die Arbeiterschaft und die demokratischen, nichtsozialistischen Elemente. Das beweist, daß das jüdische Volk an den demokratischen Prinzipien festhält. Wir können stolz sein auf diese Erscheinung, die ihren Grund darin hat, daß wir aus Erfahrung wissen, welche Gefahr ein antidemokratisches Regime für uns bedeutet. Zu diesem Resultat hat aber auch die Aktivität unserer Exekutive in den letzten beiden Jahren beigetragen, dieser Exekutive, die die zionistische Demokratie verkörpert. Wir wünschen, daß in demselben Maße, in dem unser Erfolg zwischen dem XVIII. und XIX. Kongreß gewachsen ist, auch der Erfolg der nächsten Exekutive in arithmetischer und sogar in geometrischer Progression wachsen möge. Auch die große chaluzische Alijah und der Einfluß der Chaluzim mögen wachsen, von denen Großmann so geringschätzig sprach, damit hunderttausend und zweihunderttausend jüdische Einwanderer ins Land kommen. Dann wird der nächste Kongreß noch bessere Resultate ergeben und die Reihen der Opposition werden sich noch mehr lichten. Aber unsere politischen Erfolge in der Welt entsprechen nicht unserem praktischen materiellen Erfolg in den letzten beiden Jahren. Noch wenig haben wir getan auf dem Gebiete der Stärkung der politischen Position des Zionismus in der Welt. Oft finden wir politische Vertreter mancher Staaten, die uns Sympathie entgegenbringen, aber von unseren Ideen nichts wissen. Unsere politische Situation entspricht nicht unserer tatsächlichen Kraft. Selbst in der Mandatskommission des Völkerbundes gibt es Mitglieder, die von uns nur wenig wissen. Es