Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 366 (sequence 369)
- Language
- German, English, Hebrew
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366 i j. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte — ihre Form will ich jetzt nicht festlegen — wenn es möglich wäre, nicht das „Konzentrationslager44 zu zerstören, von dem Großmann gesprochen hat, sondern das Konzentrationslager, in dem manche Partei die Gedanken ihrer Mitglieder einkerkert, wenn es eine Möglichkeit zum Austausch der Meinungen und Ansichten gäbe, dann wäre es unmöglich, daß ein zionistischer Journalist derartige Dinge ver öffcntlicht — er würde wissen, daß man in diesem gemeinsamen Verbände auf solche Dinge reagieren und ihm solche Lügen unmöglich machen würde. Dem gegenwärtigen Zustand muß ein Ende gemacht werden. Die zionistische Atmosphäre, in der wir leben, ist beschämend und setzt die Würde des Zionismus herab, nimmt jede Möglichkeit zu gemeinsamer Tätigkeit. Man muß diesem Haß ein Ende machen. Ich habe den Eindruck, daß in den Anträgen des Organisations-Departements der Zionistischen Exekutive der Weg vorgezeichnet ist, die Beziehungen zu verbessern und dadurch Gedanke und Tat auf konstruktive Arbeit auch in den Ländern zu konzentrieren (Beifall). A. M. ABRAHAMS (IPeltverein. Allg. Zion., Südafrika -- 'spricht englisch): Dieser Kongreß tagt in einer verhängnisvollen Periode djr Geschichte unseres Volkes, wo unsere Brüder von einem Volk vet folgt werden, das noch in einem Zustande der Barbarei lebte, als wir schon eine große Kultur geschaffen hatten. Wir sollten die Gelegen heit benützen, um einen würdigen Protest dagegen zu erheben. Wir Zionisten in Südafrika haben kein Interesse an kleinlichen Partei konflikten. Die Botschaft, die ich aus Südafrika mitgebracht habe, ist, daß wir uns im Hinblick auf unsere Feinde vereinigen sollen. In diesem Sinne waren wir |n Südafrika immer in einem Territorial verband vereinigt, in dem sich auch die Revisionisten befinden, die trotz den Instruktionen ihres Führers in unserer Mitte geblieben sind. Daher kommt es auch, daß wir ein Drittel der Gesamteinnahmen des Keren Kajemeth sowie des Keren Hajessod in den letzten zwei Jahren auf gebracht haben. Ich bin beauftragt, der Exekutive den Dank der Zionisten Südafrikas auszudrücken. Es ist gewiß nicht möglich, daß alle Mitglieder der Zionistischen Organisation dieselbe Gesinnung haben. Wir können nicht durch Zwang erreichen, daß einer seine Ansichten ändert: durch Zwang schafft man npr Heuchler. Wir haben seit tausend Jahren um die Toleranz gekämpft, und wir sollten so tolerant sein, die Tür auch für eine eventuelle Rückkehr der Revisionisten offen zu halten. Sie werden vielleicht einsehen, daß das jüdische Volk durch Spaltung in seinem Einfluß schwächer sein wird. Die Revisionisten haben ihre Petitionen an den Völkerbund gerichtet, aber was nützte das? Auch China und Abessinien konnten in ihren Krisen beim Völkerbund nichts erreichen; wie soll es Jabotinsky erreichen? Die Zusammenarbeit mit England halten wir für den einzigen Weg des Aufbaues, aber natürlich bedeutet das nicht, daß wir zu allem bedingungslos ja sagen müssen. Das erwartet nicht einmal die Man- ^atarmacht von uns. Als vor zwei Jahren der damalige Premier-