Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 365 (sequence 368)
- Language
- German, English, Hebrew
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K, Schwarz in dem wir uns befinden. Nach den Statuten der Zionistischen Organisation sind wir Freunde, aber statt in Freundschaft stehen wir zueinander mit Spott und Hohn. Als Illustration einige Zitate! Im offiziellen Blatt der Allgemeinen Zionisten eines Landes stand ein Leitartikel, der nicht von einem Mitläufer oder von einem Anfangsschüler, sondern vom Chefredakteur herrührte, also mindestens nach außen eine Parteiäußerung war. Dort heißt es: „Diese Exekutive und die Parteien, auf die sie sich stützt, lassen, statt für die nationale Kolonisation zu sorgen und sie zu stärken und zu erweitern, den Kommunismus im jungen jüdischen Jischuw stärker werden und sich ausbreiten." Ich frage: Kann man das Meinungskampf nennen und eine stille Opposition, jene loyale und sachliche Opposition, von der Dr. Schwarzbart sprach? 'Nein, das ist Haß, grundloser Haß, blinder Haß, und weil man ihn der zionistischen Gemeinschaft einpflanzen will, muß man ihn motivieren, fundieren, nähren. Und da <is keine Nährstoffe gibt, greift man nach allem, was eine krankhafte Phantasie zu Papier bringt. Ein anderes Beispiel dieser loyalen und stillen Kritik, wieder im Leitartikel eines Chefredakteurs! Er schrieb vor einiger Zeit: „Der Kampf der Arbeiter für die jüdische Arbeit ist Trug und Blendwerk." Das bedeutet nicht, daß die Waffen der Arbeiter"ihr Ziel nicht erreichen, sondern daß ihr angeblicher Kampf nichts als Trug ist und daß sie nur so tun, als ob sie Patrioten wären. Das lesen Tausende von naiven Zionisten, und da diese Zeitung die einzige zionistische Li teratur für sie ist un'd sie nicht annehmen können, daß führende Zionisten, angesehene Männer, fähig wären, derlei Dinge zu erfinden, ist es nur natürlich, daß solche Dinge für bare Münze genommen werden, daß sie das zionistische Leben verbittern, die Beziehungen verschärfen und jede Möglichkeit der Zusammenarbeit auf Gebieten, wo sie möglich ivod geboten ist, zunichte machen. Aber nicht nur in jenem Lande treiben solche Blüten. Als ich zum Kongreß fuhr, fiel mir zufällig das offizielle Blatt der Zionisten in Oesterreich in die Hand. Der Chefredkateur dieser Zeitung, ein Delegierter des Kongresses, der unter uns sitzt und von dieser Tribüne des Kongresses sprechen durfte, hat uns unter anderem folgende PjHc geschenkt: „Die Arbeiterpartei strebt durch ihre einseitige Tätigkeit nur danach, die Interessen eines Standes zu verwirklichen. Es ist die* bekanntlich ein mikroskopischer Stand im jüdischen Volke; sie hat, es dahin gebracht, daß diese Partei heute verlassen und vereinsamt in der Zionistischen Organisation dasteht, verlassen von allen Parteien in dieser Organisation. Es gibt zwar zionistische Kreise, die dieser Partei nachlaufen. Das sind aber — und das ist der Höhepunkt des Artikels — entweder Kandidaten auf Plätze in der Exekutive oder Beamte." Also: die Weltvereinigung der Allgemeinen Zionisten, die hier 107 Delegierte zählt, besteht samt den vielen Zehntäusenden ihrer Wähler entweder aus Kandidaten für die Exekutive oder Beamten! So weit sind die Dinge schon gediehen! Wenn wir eine gemeinsame Organisation auch in den Ländern hätten