Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 358 (sequence 361)
- Language
- German, English, Hebrew
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- Isaiah 1× ep/1005097
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358 12. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte einschlagen. Dieser neue Kurs zeigt sich in dem Resultat der Wahlen und im Kräfteverhältnis dieses Kongresses. Jahrelang hat man uns damit geschreckt und davor gewarnt, eine „sozialistische4' Regierung in Palästina entstehen zu lassen. Dir Juden müßten sich schützen, damit sie, Gott behüte, dort nicht so. ialisiert würden. Und die Antwort, die die jüdischen Volksmassen au; diese Angriffe gaben, Angriffe, bei denen man von „Marxisten*' und .,Rätcn*4 sprach, — die Antwort war, daß im Wahlkampf die Allgemeinen Zionisten, die von Marxisten geschrieben hatten, am stärksten geschlagen wurden, und zwar zumeist nur wegen dieser Verleumdung. Das ist gut; denn wir müssen beide Teile des Programms Nordaus erfüllen. Wir können nicht nach Erez Israel kommen und dort Dinge einführen, von denen wir uns in Palästina befreien wollen. Vor einigen Jahren hat man Weizmann einen Vorwurf daraus gemacht, daß er davor warnte, die Warschauer Nalewki und Genscha nach Palästina zu bringen. Damals stempelte man Dr. Weizmann zum Feind dieser Nalewki- und Genscha-Juden. Heute ist seine Warnung Gemeingut bei uns allen. Wir alle sprechen jetzt diese Sprache. Und ich sage, wir wollen nicht nur keine Nalewki und keine Genscha in Erez Israel, sondern auch keinen Kurfürstendamm und keinen Broadway. Wir wollen in Erez Israel ein eigenes jüdisches Leben, wie Rabbi Silver sagte, gegründet auf sozialer und ökonomischer Gerechtigkeit zu unserem eigenen Schutze, weil dij Gesellschaft, die manche von uns und besonders die Gruppe 13 nach Erez Israel bringen wollen, heute nicht mehr gilt. Ich sage das als NichtSozialist. Wir würden tausendfach auf Sand bauen, wenn wir eine solche Ordnung in Erez Israel schaffen wollten. Es ist eine merkwürdige Sache mit der heutigen Opposition — sie ist eigentlich zu bemitleiden. Auf der einen Seite sehen wir den Rzdcstreik des Mi&rachL Wir kannten bisher Hungerstreiks, aber noch keine Redestreiks. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, daß Juden gegen das Reden streiken (Heiterkeit). Aber auf zionistischen Kon gressen ist alles möglich. Der Prophet Jesaja sagte: Um Zions willen werde ich nicht schweigen. Und die Misrachisten sagen: Um der Thora willen werde ich schweigen (Heiterkeit). Ich sage Ihnen vom Misrachi offen und aufrichtig, daß Sie ein großes Unrecht begehen. Sie sind in der letzten JSeit so mit inneren Fragen beschäftigt, daß Sie die Stimmung Ihrer Wähler nicht kennen. Aber wenn Sie mit Ihrem Schweigen zu Ihren Anhängern kommen werden, dann glaube ich nicht, daß Sie einen schönen Empfang haben werden. Ein paar Fragen an Herrn Großmann! Er hat nicht davon gesprochen, daß man die Politik schlecht führt, sondern er ist einen neuen Weg gegangen. Er hat darauf hingewiesen, daß nicht das ganze Geld, das nach Palästina kommt, den Juden zugute kommt, und daß es zum großen Teil den Arabern oder gar an da-s Ausland gegeben wird. Wissen wir denn nicht, daß der Import größer ist als der Export, daß wir von den Arabern Land kaufen? Und wenn morgen die Judenstaatspartei ans Ruder kommt, wie wird Herr Großmann das über Nacht ändern? Will er die Araber expropriieren und ihnen