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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 357

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 357 (sequence 360)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Bialopolski, Mossinson, ). Fischmann 357 über den Sclmhbcith sagen. (Zwischenrufe von rechts; Wir wolleo nichts weiter hören! Ihre Zeit ist abgelaufen!) VORS. VIZEPRÄS. DR. MOSSINSON: Die Kontrolle über die Einhaltung der Redezeit überlassen Sie, bitte, mir! Herr Bialopolski, fassen Sie sich kurz, Ihre Zeit läuft ab. JAKOB BIALOPOLSKI (fortfahrend): Wir sind der Ansicht, daß der Schabbath der Ruhetag in Erez Israel werden muß. Jede Zügellosigkeit in dieser Richtung soll energisch beseitigt werden. Wir sehen jedoch im Schabbath kein religiöses Dogma, sondern eine soziale Einrichtung. Sanktionen, die für uns der Ausdruck eines Klerikalismus sind, werden wir daher niemals dulden. Und noch ein Wort an die Adresse des Misrachi! Wir verstehen nicht, daß es Zionistcn geben soll, welche Rechte und Pflichten haben, und Zionisten, welche Rechte haben, aber keine Pflichten und so auf dem Kongreß nur bedingungsweise sitzen (Leblmfte Unruhe und Zwischenrufe heim Misrachi). So verstehen wir den Gedanken einer breiten Koalition nicht. Wir glauben, daß in dieser Epoche eine Kooperation aller aufbauenden Kräfte nötig ist, aber nicht auf der Grundlage von Ultimaten, sonderen auf der Grundlage des Wahlergebnisses zu diesem Kongreß, auf der Grundlage eines konstruktiven Programms, das zum Siege des Zionismus» auf der Grundlage von Arbeit, Demokratie und sozialer Gerechtigkeit führt (Beifall links). JACOB FISCHMANN (Weltverein. AUg. Zion.} Amerika — spricht jüdisch): Kurz nach dem I. Kongreß in Basel hat unser unvergeßlicher Führer Nordau das Baseler Programm interpretiert. Er sagte damals, das Ziel des Zionismus sei ein zweifaches: Der Zionismus suche nicht nur die jüdische Heimat in Erez Israel zu erneuern, sondern er suche auch das jüdische Volk zu erneuern. Ich glaube, daß gegen diese Interpretation bis in die letzten Jahre kein Widerstand vorhanden war. Darin liegt eine große und tiefe Wahrheit. Wir sehen das jetzt in den letzten Jahren, im Ringen um die sozialökonomischen Fragen. Nordau meinte, daß wir eine Renaissance nicht nur im sprachlichen und kulturellen Sinne brauchen, sondern auch eine neue sozialökonomische Ordnung in Erez Israel, die das anormale jüdische Leben in der Galuth unmöglich macht. Bedauerlicherweise hat in den letzten Jahren ein Teil der Zionisten jenen Prozeß nicht mitmachen wollen, auf den sich der zweite Teil der Erklärung Nordaus bezieht. Sie wollen, daß das jüdische Heim aufgebaut wird, aber sie wollen nicht oder sie verschieben jenen Prozeß, der ebenso notwendig ist wie der erste, die Erneuerung der Juden. Einer von der Opposition, sogar von der rechten Opposition, Herr Großmann, hat es für nötig befunden, hier zu sagen, daß wir jetzt ein Stück Galuth nach Palästina bringen. Ich glaube nicht, daß Großmann konsequent war, als er uns diesen Vorwurf machte; denn wenn es wahr ist — und es ist wahr —, dann hat er mit seinen Freunden den größten Anteil daran. Absr es ist eine Tatsache, und sie dringt in allen Kreisen durch, daß wir bei diesem Kongreß einen neuen Kurs

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