Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 356 (sequence 359)
- Language
- German, English, Hebrew
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356 i2. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte Massen gezeigt, mit wem sie gehen, ob mi;t uns oder jenen, dis die Histadruth zerbrechen wollen, die den neuen Irgun geschaffen haben, die von der Exekutive fordern, daß die chaluzische Alijah weniger als 50 Prozent betragen soll, haben die Massen gezeigt, daß sie nicht1 mit den Gegnern der jüdischen Arbeit, nicht mit den Feinden der sozialen Gerechtigkeit zusammengehen. Die 120.000 Wähler, die uns mit ihrer Vertretung betraut haben und nicht die jüdische Reaktion und das jüdische Bürgertum, sie wollen eine große Chaluz-Alijah, jüdische Arbeit, das jüdische Dorf, eine geeinigte Histadruth, sie wollen demo kratische Grundlagen des Gebens der jüdischen Massen in Erez Israel : sie sind gegen die neue Wahlordnung in Tel Aviv, gegen soziale Bedrückung, für eine jüdisch-arabische Verständigung und gegen eine Politik leerer Demonstrationen. Die Gruppe R, die mit großem Pomp den Kampf gegen die Arbeiterbewegung aufnahm, die Judenstaatler. die hier solchen Lärm schlagen, haben bei uns, sage und schreibe, 2 Prozent sämtlicher Stffnmen bekommen. Wen repräsentieren sie, wo sind die jüdischen Massen, die ihnen im Kampf gegen uns folgen : (Unruhe rechts.) Auch der Misrachi Tiat eine Niederlage erlitten. Dabei sind für den jüdischen Arbeiter in Polen 1 Zloty 20 Groschen — der , Preis des Schekels — der Verdienst von zwei Tagen, für bürgerliche Elemente nicht einmal eine Schachtel Zigaretten. Ich möchte mich dann damit befassen, was Dr. Bogratschoff hier gesagt hat, daß nämlich alles in bester Ordnung wäre, wenn wir nur du* rote Falme preisgeben würden. Wir denken nicht daran, die rote Fahne zu verstecken. In Tel Josef hat man die rote Fahne nicht versteckt, da mals glaubte man, daß das jüdische Volk sich nicht befreien kann, ohne daß zugleich die Menschheit befreit wird. Heute sind alle bei uns so stolz auf unsere Leistungen im Emek Jesreel, im Galil, im Emek Sebulun und im Emek Chefer und man vergißt ganz, daß das alles von denen geschaffen wurde, die die rote Fahne niemals preisgegeben haben. Diese rote Fahne bedeutet etwas ganz anderes als die Losung von Blut und Feuer, unter der jetzt ein Operettenkongreß in der Operettenstadt Wien veranstaltet wird (Beifall links). Wir wissen, daß die Hunderttausende von Stimmen, welche wir unter den jüdischen Massen er halten haben, mit der roten Fahne errungen wurden. Euch, Ihr bürgerlichen Juden erinnere ich daran, daß Ihr Euch gar oft an diese rote Fahne angeschmiegt habt; Ihr wußtet wohl, daß Faschismus und Zarismus von niemand anderem besiegt werden können, als von der roten Fahne des Sozialismus. Wenn Ihr nicht mit dem Sozialismus geht, wo wollt Ihr etiwas erreichen? Bei Hitler und seinesgleichen werdet Ihr nichts erreichen! (Lärmende Unruhe im Saal.) Wir sind gegen Klassenkampf und streben daher nach einer klassenlosen Gesellschaft. Wir müssen uns jedoch gegen den Klassenkampf, den Ihr in Palästina begonnen habt, schützen und die Rechte der Arbeiter sichern. Unser zionistisches Werk kann nur gelingen, wenn wir es mit dem Gedanken der sozialen Gerechtigkeit verbinden. Ich möchte endlich noch den Freunden vom Misrachi ein Wort