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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 355

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 355 (sequence 358)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Glnska, Bialopolski 355 Exekutive vor Gericht zu bringen. Ich protestiere gegen das Kongreßgericht. Zum Schluß zur Frage der hebräischen Sprache! Ich verlange hier im Namen meiner jemenitischen Brüder, und ich glaube, auch die Linken werden sich dieser Forderung anschließen, daß die hebräische Sprache im gesamten Leben der Zionistischen Organisation und insbesondere auf dem Kongreß herrschen soll. Es ist eine Schande, daß man hier vom Deutschen ins Hebräische übersetzt. Die Hauptsprache sollte die hebräische sein. Wie können wir sonst mit Forderungen zur Regierung kommen? (Beifall.) JAKOB BIALOPOLSKI (Arb., Polen — spricht jüdisch): Herr Dr. Schmorak hat hier erklärt, daß sich das Wachstum der Arbeiterschaft im Zionismus seinem Ende nähere, wir hätten alle unsere Reserven im jüdischen Volke erschöpft, und was sich jetzt der zionistischen Bewegung anschließe, werde die Reihen der heutigen Opposition verstärken. Auf dem XVIII. Kongreß hörten wir dasselbe. Damals behauptete man, daß nur ein Zufall, das große Unglück, das uns und der zionistischen Bewegung an jenem 16. Juni in Tel Aviv widerfahren ist, den Sieg der Arbeiterpartei bei den Kongreßwahlen herbeigeführt habe. Wie sieht es in Wirklichkeit aus: Ich möchte hier einige Ziffern über die Entwicklung der Arbeiterbewegung und ihren Einfluß im Zionismus in den letzten Jahren anführen: Beim XII. Kongreß hatte die Arbeiterschaft im ganzen 8 Prozent der Stimmen, auf dem XIV. Kongreß bereits 16 Prozent, beim XVII. Kongreß 29 Prozent, am XVIII. Kongreß 44 Prozent und heute fast die Hälfte. Das ist — und das muß auch die Opposition zugeben — ein klarer Beweis, daß das Anwachsen der Arbeiterbewegung kein Zufall ist, sondern das Resultat einer historischen Entwicklung, die mit dem Aufbau Erez Israels parallel läuft, der seit drei Jahrzehnten auf den Schultern des Chaluz und der jüdischen Arbeiterklasse ruht. Die bürgerliche Opposition will diese kardinale Aenderung im jüdischen Leben nicht anerkennen. Als der Zionismus noch Sache einer kleinen Gruppe von Intelligenzlern und Träumern war, da hatte die Arbeiterschaft nichts zu sagen; als aber der Zionismus zur Sache der Massen, zum Lebensinteresse des jüdischen Arbeiters und der Menschen aus dem Volke wurde, da kam die Potenz des Volkes zum Ausdruck, da zeigte sich, daß die jüdischen Massen nicht mit den Schmorak und Suprasky, nicht mit Bogratschoff und Rabbi Fischmann gehen, sondern mit den Ideen und Kräften verbunden sind, die sich und ihre Leistungen auf die Grundlagen gestellt haben, auf denen die jetzige Exekutive ihre Tätigkeit aufbaute. Ich spreche im Namen eines Landes, das die größte jüdische Massensiedlung Europas hat, im Namen der Zionisten in Polen. Dort haben wir bei den letzten Kongreßwahlen 120.000 Stimmen, d. i. 57 Prozent sämtlicher Stimmen, bekommen. Das ist nicht Chile oder Brasilien, wo über den Zionismus und seinen Inhalt einfach Generalversammlungsbeschlüsse gefaßt werden. Hier in Polen haben die jüdischen 23*

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