Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 354 (sequence 357)
- Language
- German, English, Hebrew
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354 12. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte in den letzten beiden Jahren zugenommen. Das kann man auf das Konto der Exekutive, hauptsächlich des Herrn Grünbaum, aber auch auf das der Regierung und der Siedlungen buchen, welche jemenitische Einwanderer aufnahmen. Es gibt aber noch eine Frage, die Frage der Waisen. In den letzten acht oder neun Jahren werden die jüdischen Waisenkinder in Jemen sehr verfolgt und zum Uebertritt gezwungen. Warum hat die Exekutive und Dr. Weizmann nichts in dieser Hinsicht getan? Warum hat Dr. Weizmann für die jüdischen Kinder aus Jemen nicht das getan, was er für die deutschen Kinder tat? Wenn wir im letzten Jahre nicht selbst mit dem Chief-Secretary und dem High Commissioner der Palästina-Regierung Fühlung genommen hätten, hätten wir wahrscheinlich nicht einmal das erreicht, was wir erreicht haben. Auch Miß Szold hat uns sehr viel durch Gewährung de:* Garantie gegenüber der Regierung geholfen. Nun zur Frage von Aden. Viele Delegierte werden sich erinnern, daK bereits auf einigen Kongressen Beschlüsse gefaßt wurden, welche die Exekutive beauftragen, Maßnahmen im Zusammenhang mit der Hachscharah in Aden zu treffen. Die Exekutive hat aber diese Beschlüsse bis heute nicht ausgeführt. Einige Worte über die Frage der Arbeit e?~n>ohnungen in den Kolon'wv Herr Kaznelson hat gestern erwähnt, daß die Arbeiterorganisation Hin wanderer in die Kolonien schickt. Ich möchte erwähnen, daß im Jahre 1934 die jemenitische Vereinigung 1300 jemenitische Einwanderer in die Kolonien geschickt hat. Diese befinden sich aber in einer furcht baren Lage und leiden sehr viel darunter, daß die Exekutive keine Hilfe bei der Errichtung von Arbeiterwohnungen gewährt. Dadurch sind sowohl die jemenitischen als auch die nichtjemenitischen Arbeiter gezwungen, die Kolonien zu verlassen. Die Exekutive gibt rechts um* links viel Geld aus, hat aber noch keinen Pfennig für die Errichtung von Arbeiterwohnungen in den Kolonien ausgegeben. (Zwischenruf de* Mitgl. der Exekutive MOSCHE SHERTOK: Das stimmt nicht!) Wen»? die neue Exekutive die Frage der Errichtung von Arbeiterwohnjungen in den Kolonien nicht ernst behandelt, werden die Arbeiter in die Stade zurückkehren. Ich möchte kurz die Frage des Erziehungswesens behandeln. Unsere Wähler haben uns beauftragt, vom Kongreß zu verlangen, daß es uns ermöglicht werde, unsere Kinder in unserem Geiste zu erziehen. Wie schon Berl Kaznelson mit Recht bemerkt hat, muß die Entschei dung in dieser Frage den Eltern und nicht den Parteien überlassen werden. (Zwischenruf DAVID AVISSAR: Ihr könnt Eure Kinder den Talmud-Thoraschulen des Misrachi anvertrauen!) Talmud-Thoraschulen sind wohl in unserem Geiste, wir erkennen aber die Talmud-Thoraschulen des Misrachi nicht an; denn wir wollen die hebräische Aussprache unserer Kinder nicht verderben. Noch ein Beispiel zum Verhallen der Exekutive uns gegenüber: Wir haben schon im Jahre" 1929 ein Verfahren gegen die Exekutive beantragt. Bisher ist es aber dem Kongreßgericht nicht gelungen, die