Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 353 (sequence 356)
- Language
- German, English, Hebrew
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Glücksan, Gluska Wir bekennen uns zum Grundsatze der Gleichberechtigung der verschiedenen Strömungen und der verschiedenen Schultypen" aber die verschiedenen Schulen dürfen nicht im Besitze von Parteien sein. In der Schule ist kein Platz für Parteiherrschaft und Parteikonkurrenz. Wir verlangen den Aufbau der Erziehung auf gemeinsamen Grundlagen der Hachschara für die Aufgaben des Aufbaues und des produktiven Schaffens des jüdischen Jischuw im Lande, auf den Grundlagen entsprechender menschlicher Bildung, Kenntnis der Thora und der geistigen Schätze des jüdischen Volkes und zugleich Ehrfurcht vor den religiösen Werten und der Tradition, entsprechend den Forderungen der jüdischen Massen in der Welt. Ich betrachte den Zionismus als eine synthetische Bewegung, die alle positiven Kräfte im Volke Sn einer Tat vereinigen muß, eine Bewegung, die uns verpflichtet, unseren Standpunkt in vielen Fragen, einschließlich der Fragen der Erziehung und Kultur, zu prüfen. Wenn wir den Mut haben, die Lage zu prüfen und die Folgerungen zu ziehen, die sich aus dem Grundsatze der nationalen Solidarität und einer ehrlichen Kooperation aller Kreise im Jischuw und im Volke, ergeben, werden wir sagen können, daß dieser Kongreß seine Aufgabe erfüllt hat (Lebhafter Beifall). ZECHARIA GLUSKA (Weltverb. Allg. Zion., Erez Israel — spricht hebräisch): Ich bedauere es sehr, daß von dieser Tribüne aus wieder die Sefardim über die Angelegenheiten der Sefardim, die Jemeniten über die Angelegenheiten der Jemeniten und die europäischen Juden über die Angelegenheiten der europäischen Juden sprechen müssen Wir hatten geglaubt, einmal würden von dieser Tribüne aus jüdische Vertreter die Probleme des gesamten jüdischen Volkes besprechen. Wir haben alle Referate gehört, die Generaldebatte nähert sich ihrem Ende, keines der Kongreßmitglieder aber hat über di:> Lage fler jemenitischen Juden gesprochen, obwohl wir auf jedem Kongreß von dieser Tribüne unsere Stimme erheben. Die meisten Delegierten aus Palästina wissen, was in den letzten zwu Jahren in Jemen vorgegangen ist. Die Lage hat sich seit dem XVIII. Kongreß nicht nur nicht gebessert, sondern im Gegenteil, die Reise des Mufti nach Jemen hat zu verschärften Verordnungen gegen die jemenitischen Juden geführt, und die Auswanderung nach Erez Israel wird ihnen noch mehr erschwert. Die Juden in Deutschland erleiden Verfolgungen. Es gibt aber einen Trost für sie; Hitler schickt die Juden aus Deutschland fort. In Jemen dagegen werden die Juden verfolgt, und dennoch verlangt man von ihnen, daß sie dort bleiben. Leider, hat die Exekutive nicht den Fingen gerührt, um das politische Problem der Juden in Jemen zu behandeln. Wir haben der Exekutive verschiedene Vorschläge gemacht, jedoch nicht einmal eine Antwort bekommen. Ich kann zum Lobe des Herrn Grünbaum sagen, daß er in den letzten beiden Jahren die Lage der Jemeniten verstanden hat. (Zwischenruf A. KAMINI: Hat er es ohne die Exekutive getan?) Das habe ich nicht gesagt, ich erhob meinen Vorwurf gegen die Exekutive nur im Zusammenhang mit der politischen Lage. Die jemenitische Einwanderung nach Erez Israel hat 23