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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 352

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 352 (sequence 355)
Language
German, English, Hebrew
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12. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte ausgeübt wird. Diese Fragen werden wir in ihren Einzelheiten nicht von der Kongreßtribüne lösen. Aber es scheint mir, daß sich unsere Freunde von der Linken die Frage besonders leicht machen, wenn sie glauben, daß es in der Konstitution der Histadruth schon eine hinreichende Bürgschaft hierfür gibt. Wenn wir von der Neutrdlisierung der Histadruth Hamitdim sprechen, so ist unsere Absicht nicht, ihre politische Kraft zu schwächen, sondern wir zielen auf Reformen in der Struktur der Histadruth ab, derart, daß alle Arbeiter, daß alle ideologischen und politischen Strömungen der Arbeiterschaft in ihr praktisch gleichberechtigt sind, daß sich alle in ihr zu Hause fühlen. Wer eine einzige Arbeiterorganisation wünscht — und das ist die Forderung der Linken — muß die Folgerung ziehen, daß ihr Charakter völlig parteilos sein muß, damit den Minderheiten die Möglichkeit der Entfaltung gegeben ist. Wir fordern eine entsprechende Vertretung des Allgemein-zionistischen Arbeiters in den lokalen und zentralen Organen der Histadruth, in den Zentren der Alijah und der Arbeit, in ihrer Landwirtschafts-Zentrale, im lokalen Rat. Man sagt uns, Minderheit sei Minderheit, und es sei nicht möglich, daß die Mehrheit unter der Minderheit leide. Aber noch sind wir weit von diesem Zustande entfernt. Der Minderheit muß die Möglichkeit der Eni wicklung gegeben Bein, und wenn man nicht mit aller Strenge auf genauer proportioncller Vertretung der Minderheiten in den Organe-n der Histadruth besteht, wird es für diese Minderheiten keine Möglich keit der Entfaltung geben. Wenige Worte zu dem großen Problem des Verhältnisses zu den Fragen der Religion und 'Cvaditionl Viele von den früheren Rednern haben diese Frage besonders gering eingeschätzt und es sich sehr leicht, gemacht. Ich bedaure sehr, daß die anerkannten Vertreter dieses Problems, die Mitglieder des Misrachi, sich an der Diskussion nicht beteiligen. Wenn jedoch jemand glaubt, daß es möglich ist, diese schwere Frage durch Darlegungen zu lösen, wie wir sie hier gehört haben, so irrt er. Wir müssen uns selbst Rechenschaft geben von der Schwere dieser Frage. Große Massen von Juden geraten in einen tragischen Konflikt zwischen ihrem zionistischen Willen und ihrer religiösen Pflicht, wenn sie nicht sicher sind, daß das Werk, an dem sie sich beteiligen, das Werk des Aufbaues des Landes, nicht auf Gruindlagen errichtet wird, die in' völligem Widerspruch zu dem stehen, was ihnen teuer und heilig ist. Niemand will dem Individuum in Fragen des Herzens eine Herrschaft aufzwingen. Aber wir wollen, daß unser gemeinsames Werk auf solchen Grundlagen errichtet wird, daß nicht die Dinge der Religion und Tradition, die der Nation seit Jahrtausenden heilig und der Lebensinhalt großer jüdischer Massen sind, in roher Weise angetastet werden. Leider kann ich hijer über das Problem der Erziehung und der Kultur nicht sprechen. Auch hier fordern wir mit der Linken eine grundlegende Reform des bestehenden Zustande*. Wir fordern Einheit der nationalen Erziehung, nicht nur hinsichtlich der administrativen und finanziellen Leitung, sondern auch hinsichtlich des Programms*.

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