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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 344

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 344 (sequence 347)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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344 12. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte den. Es gab einen viel konstitutionelleren Weg, um die Verhandlungen zwischen den Parteien zu eröffnen. Aber ich möchte von der Form absehen und dem Misrachi und auch Rabbi Silver einiges zur Sache sagen. Man braucht — um keinen schärferen Ausdruck zu verwenden — nicht zu parlamentarischer Obstruktion zu greifen, um der Arbeiterschaft in Erez Israel und im Zionismus die Wichtigkeit des Sabbatbs als Ruhetag zu beweisen. Für uns ist das keine religiöse Frage. Wir alle, ohne Unterschied der religiösen Anschauung, betrachten den Sabbath als eine der größten Leistungen des jüdischen Volkes. Existierte das jüdische Volk heute nicht, ich glaube, alle Völker würden, uns ein Monument setzen für diese soziale Institution, die der jüdische Genius der Menschheit geschenkt hat. Es wäre daher, historisch betrachtet, unangemessen*, wollten wir in Erez Israel diese fundamentale Einrichtung jeder Kulturgemeinschaft zu untergraben versuchen. Es ist absurd, die Arbeiterschaft und die sozialistische Bewegung in Erez Israel zu verdächtigen, daß sie die Institution des Ruhetages für alle arbeitenden Menschen schädigen wollen, und es gibt bei uns darüber keine Diskussion, daß dieser Ruhetag nur der jüdische Sabbath sein kann. Man kann aber von uns unmöglich verlangen, daß wir den Sabbath in seinem religiös-traditionellen Geiste betrachten und erfüllen. Er soll ein Ruhetag von jeder Arbeit sein, wie es im Kontrakt des Keren Kajemeth gesagt wird. (Zwischenruf beim Misrachi: Aber Ihr erfüllt das nicht!) Wir können jedoch nicht zulassen, daß man sich unter Berufung auf religiöse Tradition darein einmengt, wie jeder Mensch, jeder Arbeiter diesen Ruhetag für seine geistige und physische Erholung ausnützt. Man muß außerdem verstehen, daß es im heutigen wirtschaftlichen Leben, in Landwirtschaft und Industrie, kontinuierliche Betriebe und Arbeitszweige gibt. (Zivisebenruf: Und Ausflüge?) Wir können die Institution des Sabbaths als Ruhetag nicht mit der Institution des „Schabbesgoj" verbinden. Wenn es wirklich Fälle der Durchbrechung der Sabbathruhe gibt, so sind das Einzelfälle, die wir selbst bedauern und korrigieren wollen (Unruhe beim Misrachi). Wir kennen die Motive sehr wohl, es gibt verschiedene wirtschaftliche Gründe, die zu solchen Verfehlungen führen. Wir wissen aber auch, daß das eine falsch verstandene Wirtschaftlichkeit ist, die nicht nur zur Untergrabung des Ruhetages, sondern auch zur wirtschaftlichen und gesundheitlichen Schädigung der Arbeiterschaft selbst führt. Ich bin überzeugt, daß alle verantwortlichen Organe der Histadruth und der Arbeiterschaft stets bereit sein werden, die Institution des Sabbaths zu sichern und im Leben des Jischuw lebendig zu erhalten, (Zwischenruf: Kaschruth!) Man muß sich aber zwei Dinge vor Augen halten: erstens, daß wir nicht unsere Zustimmung dazu geben werden, den Sabbath als Ruhetag mit gewissen religiösen Vorschriften zu verquicken, die eine Einmischung in das Privatleben des einzelnen bedeuten. Da bin ich vollständig mit Chawer Chasan einverstanden, der sagte, daß Ihr Euch mit der Tatsache befreunden müßt, daß die religiösen Formen des Lebens aufgehört haben, die einzige und ent-

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