Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 343 (sequence 346)
- Language
- German, English, Hebrew
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Ebner, Kaplansky 343 samte zionistische Oeffentlichkeil die Widerstrebenden zwingen wird, sich zusammenzuschließen. In parlamentarischen Ländern wird eine nationale Regierung geschaffen, wenn diese Länder von außen bedroht sind. Auch für uns ist jetzt der Augenblick gekommen, alle lebendigen Kräfte des jüdischen Volkes zu einer einheitlichen Leitung zusammenzufassen. Wir brauchen eine breite Koalition von links nach rechts, eine Vereinigung aller Kräfte. Es ist Pflicht, auch die Gruppe besonders zu berücksichtigen, die das Verdienst hat, daß sich der Allgemeine Zionismus aus seinem Zusammenbruch wieder erhoben hat. Das ist vor allem das Verdienst des Präsidenten der B-Gruppe, Dr. Schwarzbart. Wir haben auf diesem Kongreß 150 Allgemeine Zionisten, das ist ein Zeichen des Aufschwungs. Wenn eine Wahlreform gemacht wird, wird sich die Zahl der Allgemeinen Zionisten vielleicht verdoppein. Das Schekehvahlrecht) das im patriarchalischen Zionismus der Vorkriegszeit am Platze war, ist jetzt veraltet, Man kann ein Wahlrecht nicht kaufen, das ist schlimmer als ein Zensur-Wahlrecht. Das! ist oft kein Kampf der Wähler, sondern einer der Kapitalien. Ich bin für den zweijährigen Schekel und für eine Art zionistischer Ansäßigkeit, das heißt einer längeren Zugehörigkeit zur Organisation. . Das nicht mehr begründete Privilegium der Wähler in Erez Israel muß aufgegeben werden. Heute ist eine nationale Regierung einer breiten Koalition notwendig. Der Schlüssel hierzu liegt bei der Linken. Sie hat eine Majorität, aber auch Majorität verpflichtet. Sie hat die Majorität hier, aber nicht im jüdischen Volke. Jede erobernde Minorität muß sich nach geschichtlichen Erfahrungen gut stellen mit den breiten Massen. Das Schlagwort von der Vorherrschaft der Linken mag vielleicht falsch sein, aber es besteht und wirkt wie eine ansteckende Krankheit. Darum ist es notwendig, daß wir diesen Kongreß nicht mit einer beschränkten Koalition, sondern mit einer umfassenden Koalition verlassen. Das Sclnveigen des Misrachi dröhnt in meinen Ohren. Man darf Gruppen des Kongresses nicht verbittern, muß alle heranziehen; denn der Zerstörer und Verderber kommt aus unserer Mitte: die Neue Zionistische Organisation. Man darf keine Verbitterung schaffen und muß alle einladen. Wenn dieser Kongreß mit einer einheitlichen Leitung aller Parteien und Gruppen schließt, dann wird er stark sein und Widerstand leisten können allen Anfeindungen von außen und von innen (Beifall). ING. S. KAPLANSKY (Arb., Erez Israel — spricht jüdisch): Ich möchte jener Fraktion ein paar Worte widmen, die sich auf diesem Kongreß durch eine Eigenschaft auszeichnet, die dem Präsidium gewiß sehr angenehm ist: durch ihr Schweigen. Wir fühlen alle, daß das ein anormaler Zustand ist. Aber die Misracbi-Fraktion hatte die Möglichkeit und auch die Pflicht, diese Fragen früher aufzuwerfen als beim Kongreß. Sie hatte ihre Konferenz in Krakau. Vor dem Kongreß tagte das A.C., aber wir haben nichts von den ultimativen Forderungen gehört, die erst bei der Wahl des Präsidiums aufgestellt wur-