Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 342

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 342 (sequence 345)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3476254-3476292--9386-3485537
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

342 i2. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte interessen, der Verteilung der Arbeit oder wegen der Verletzung unserer persönlichen Interessen, sondern in erster Linie auf dem Gebiete der Idee und unseres Gewissens. Wir rufen die ganze Gemeinschaft der Arbeiter im Lande, die Zionistische Organisation und diesen Kongreß, der entscheidend sein soll in der Geschichte des Zionismus nach dem Weltkriege, dazu auf, daß sie diesem Zustande ein Ende machen und von neuem in unserem ganzen Leben, sowohl in der Zionistischen Organisation als auch im Jischuw, das primäre nationale Prinzip als das herrschende proklamieren (Beifall beim Weltverband der Allgemeinen Zionisten). * DR. MAYER EBNER (All gern. Zion.f A.C. — spricht deutsch): Ich bin einer der wenigen, die auf dem ersten Kongreß einen einheitlichen Allgemeinen Zionismus erlebt haben. Wenn ich mich heute für ihn ein setze, so ist das nicht der Ausdruck konservativer Gesinnung, sondern die Ucberzeugung, daß der Allgemeine Zionismus eine große Mission im Zionismus zu erfüllen hat, zumindest solange Erez Israel die Massen in den Galuthländern braucht. Dieser Allgemeine Zionismus ist wegen seiner Einfachheit und Klarheit für die Massen geschaffen. Aber man hört auf, allgemein zu sein, wenn eine Spaltung eintritt. Die Konferenz in Krakau hat vor zwei Monaten diese Spaltung herbeigeführt. Ich habe die Führer der beiden Gruppen gefragt, wo eigentlich der programmatische Unterschied zwischen A und B liege. Ist es nicht sonderbar, daß zionistische Parteien sich nach dem Alphabet benennen, während sonst die Benennung von Parteien nach ihrem Programm erfolgt? In beiden Gruppen wurden Kommissionen eingesetzt, um ein Minimalprogramm festzulegen, und ich hoffe zuversichtlich, daß beide Kommissionen dasselbe erleben werden, wie nach der Legende jene 70 Gelehrten, die die Bibel ins Griechische übersetzt haben, daß sie nämlich bei voller Klausur durch Inspiration zu vollständig gleich lautenden Texten gelangten. Man behauptet, daß die B-Gruppe mehr bürgerlich, die A-Gruppe eine getarnte Linke sei. Ich habe mich an die Vertreter der beiden Gruppen gewandt. Die B-Gruppe bestreitet entschieden, daß sie eine bourgeoise Gruppe wäre, die A-Gruppe leugnet, Vorspann der Linken zu sein. Beide Gruppen lehnen den Klassenkampf und den Klassenhaß ab und sind für den nationalen Aufbau für das ganze jüdische Volk. Wenn aber das Programm beider Gruppen identisch ist, was soll sie dann noch weiter trennen? Die Sache des Irgun ist keine Frage de/ Weltanschauung, es handelt sich um ein bloßes Instrument, und es gibt sicher eine Modalität, diese schwierige Frage zu lösen. (Zwisc renrtif bei der ]ude?istaatspartei~ Was geht das uns an?) Die Vereinigung von A und B liegt im Interesse der Zionistischen Organisation. Meine Vermittlungsaktion ist an einem toten Punkt angelangt. Ich hätte wohl eine Gruppe von Neutralen, eine Gruppe mit 10 bis 15 Delegierten bilden können, aber dies lag nicht in meiner Linie, die gegen jede Zersplitterung ist. Ich setze sie also in diesem Saale von der Tribüne aus fort und hoffe, daß die ge-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.