Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 338 (sequence 341)
- Language
- German, English, Hebrew
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338 Zwölfte Kongreß-Sitzung, Sonntag, 25. August 1935, nachmittags. Beginn der Sitzung: 15 Uhr 25 Min. Vorsitz: Präs. Dr. Ch. Weizmann. DR. MICHAEL TRAUB (Deutschland — spricht deutsch): »ei Fragen möchte ich in meiner Rede streifen: Erstens die Auswanderung deutscher Juden nach Palästina. 27.000 jüdische Einwanderer aus Deutschland sind während der letzten z](, Jahre nach Palästina eingewandert. Fast 25 Prozent der palästinensischen Gesamteinwanderung bestand aus deutschen Juden. Viele von ihnen standen noch vor wenigen Jahren dem Zionismus fern, viel« waren dem Judentum entfremdet, für viele war Palästina ein unverständlicher Begriff. Eigenartige Fügung jüdischen Schicksals! Die deutschen Juden, die in ihrer Mehrheit an den Zionismus und die Zukunft Palästinas nicht geglaubt haben, sind während der letzten beiden Jahre in weit höherem Maße als d e Juden anderer Länder Nutznießer dieses Palästina geworden. Es ist aber auch eine glückliche Fügung jüdischen Schicksals, daß das Jahr des Umbruchs für uns Juden m das Jahr 1933 fiel und nicht in das Jahr 1920 oder gar in jene prähistorische Zteit vor dem Kriege, als der Emek ein malariaverseuchter Sumpf und Tel Aviv ein Sandhaufen war. Für keine Judenheit der Welt hat Palästina in solchem Maße seine Eignung bewiesen, eine konstruktive Antwort auf aktuelle Probleme materieller JucLnnot zu geben, wie im Falle der Alijah aus Deutschland. Ich sagte: fast der vierte Teil der jüdischen Einwanderung nach Palästina entfiel während der letzten Jahre auf Juden aus Deutschland, zirka 50 Prozent der Kapitalisten-Alijah bildeten die deutschen Juden und, was noch mehr wiegt, zirka 2c Prozent aller unserer Arbeiterzertifikate hat Erez Israel den Juden aus Deutschland zur Verfügung gestellt. Einwanderung nach Palästina verpflichtet. Ein großer Teil, ja der überwiegende Teil der jüdischen Einwanderer aus Deutschland hat das Vertrauen, das ihm entgegengebracht wurde, gerechtfertigt. Ich denke dabei nicht nur an die Tatsache des Einströmens jüdischen Kapitals aus Deutschland, ich denke nicht nur an den Unternehmungsgeist der deutschen Juden, der die palästinensische Wirtschaft befruchtet hat, sondern vor allem auch an die Tatsache, daß zirka 26 Prozent der jüdischen Einwanderer aus Deutschland aufs Land gingen, zirka 19 Prozent während dieser Prosperitätsjähre sich landwirtschaftlichen Berufen zugewandt haben. Das ist die zusätzliche Leistung der deutschen Judenheit Palästina gegenüber. Diese Zahlen tragen notgedrungen den Charakter einer Zwischenbilanz — wir stehen nicht am Ende, sondern in der Mitte einer Entwicklung, die unsere Auswanderungsnotwendigkeit bedingt. Und damit