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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 334

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 334 (sequence 337)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476292--9378-3485529
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334 //. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte gleichzeitig fordert, daß wir das Teuerste, das wir besitzen, unsere Seele, zum Opfer bringen (Stürmischer Beifall rechts). Ich will Hitler keine Komplimente machen, was aber wäre, wenn heute in Deutschland Moskau herrschte, das Schicksal der Juden! Säßen die Kommunisten in Berlin, dann hätten wir unsere ganze Jugend verloren. Ueber die vierte Frage, die Beziehungen zwischen Zionismus und Judentum und den nationalen Charakter im Leben des Jischuw, kann ich zu meinem Bedauern nicht mehr sprechen, weil meine Zeit um ist (BeifaJI). DAVID AVISSAR (Arb., Chile — spricht hebräisch): Auch diesmal habe ich die Aufgabe, von dieser Tribüne den Delegierten des Kongresses und der ganzen Judenheit etwas von den Leiden der orientalischen und sef/irdischen Juden zu berichten und einige Vorschläge zu ihrer Rettung zu machen. Das Leben des jüdischen Volkes in den meisten Ländern der Diaspora ist schwer und bitter: Verfolgungen aller Art sind unser Lo^. Viel schwerer und bitterer aber ist das Leben der orientalischen Juden, die über Asien, Afrika und einen Teil Europas verteilt sind. Wir machen uns Sorgen um das Schicksal der Juden Rußlands, wir leiden mit der Judenheit Polens, wir sind erschüttert durch das Schicksal der Juden Deutschlands, und wir suchen nach Mitteln, sie zu retten. Dagegen kennt die jüdische Welt kaum die unaufhörlichen Leiden der orientalischen und sefardischen Juden, und die Zionistische Organisation erfüllt nicht ihre Pflicht, um die über die arabischen Länder versprengten jüdischen Brüder zu retten. Wenn über die Juden des Westens ein Unglück hereinbricht, wird ihre Stimme sofort gehört, sie dringt von einem Ende der Welt bis zum anderen. Die Notleidenden erheben ihre Stimme, dann verbreitet die Presse diese Nachrichten und die Judenheit bringt den bedrängten Brüdern mehr oder minder große Hilfe. Wenn jedoch die orientalischen Juden ein Unglück trifft, erfährt niemand etwas davon. Aus Furcht, daß man an ihnen in ihren eigenen Ländern Rache nehmen könnte, teilen sie nichts davon mit, sie haben keine Presse, und infolgedessen tritt in der Welt judenheit auf dieses Unglück keine Reaktion ein. In den arabischen Ländern leiden die Juden sowohl als Nation wie als Individuen, und es ist kaum ein Unterschied, ob sie in Ländern leben, die unter dem Protektorate zivilisierter Staaten stehen, oder in Ländern, die selbständig regiert werden. Ihre Leiden sind furchtbar. Wir besitzen umfassendes Material über die Lage der Juden in diesen Ländern, die annähernd zwei Millionen Juden zählen, Material über erschütternde Taten, Mordtaten, Zwangsbekehrungen und tägliche Verfolgungen, die viel, viel schlimmer sind als ein plötzliches Unglück. Der Orient, der heute zu neuem selbständigen Leben erwacht, lernt bedauerlicherweise vom Okzident gerade die negativen Seiten des Nationalismus. Die Lehre Hitlers hat im Orient fruchtbaren Boden gefunden, und die mohammedanische Jugend will ihre politischen Be-

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