Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 333 (sequence 336)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3476254-3476292--9377-3485528- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Ohrenstein, Weizmann 333 letzten Tagung des A.C. in London diese Gefahr für nicht vorhanden erklärt, ihre Bedeutung unterschätzt und sich und uns zu beweisen bemüht, daß es sich um übertriebene Gerüchte handelt. Sie gibt sich selbst und uns der Illusion hin, daß diese arabische Einwanderung größtenteils nur eine Saisonerscheinung sei und nicht im Lande bleiben werde. Die zweite Tatsache, die deutlich zeigt, wie sehr wir davor zurückschrecken, die Mandatsregierung anzugreifen, selbst wenn es sich um eine gefährliche Beeinträchtigung unserer Rechte handelt, ist die folgende: wir erinnern uns alle noch ganz gut der großen Erregung, die im ganzen Zionismus ausbrach, als alle Bemühungen der Exe kutive, der üouristenjagd ein Ende zu setzen, vergeblich waren und die Mandatsregierung mit uns bekannten Mitteln diese Jagd fortsetzte, obwohl gleichzeitig Hunderte von Beduinen aus dem Ilauran und der arabischen Halbinsel nach Palästina strömten, die nicht nur in der privaten Wirtschaft des Landes, sondern auch bei Regierungsarbeiten Beschäftigung fanden. Damals kam es zu jener gewaltigen Demonstration in den Straßen Tel Avivs, als, einem inneren Zwange folgend, alle Schichten des Jischuw, von den Revisionisten bis zu den Allgemeinen Zionisten und der Arbeiterpartei, sich zu einer Demonstration zusammenfanden, die der Touristenjagd dann auch ein Ende machte. Die Exekutive aber boykottierte damals diese Demonstration unter dem Vorwande, daß einige jüdische Polizisten verwundet worden seien, die von den Engländern zur Unterdrückung dieses Massenprotestes entsandt worden waren. Ich frage Sie, welche Logik darin steckt, daß man Zusammenstöße mit jüdischen Polizisten erlaubt, wenn sie von Engländern entsandt werden, um Posten zum Schutze der jüdischen Arbeit zu zerstreuen, solche Zusammenstöße aber verbietet, wenn man um die Grundrechte des jüdischen Volkes kämpft. Man fordert von mir, daß ich meine Rede schließe, ich möchte jedoch wenigstens noch die dritte Frage berühren. Wir werfen der Mehrheitspartei vor, daß sie Menschen in ihren Schutz nimmt, die unsere Jugend im Geiste Moskaus erziehen. (Zwischenrufe von links; Diese Menschen sind ebenso gute Zionisten wie Sie! Nehmen Sie diese Worte zurück, sonst lassen wir Sie nicht weiter reden. - Zwischenruf S. JAVNIELIS: Das ist eine Unverschämtheit!) VORS. PRÄS. DR. WE1ZMANN: Schreien Sie doch nicht, stören Sie doch nicht die Ordnung auf dem Kongresse. Die Mehrheitspariei sollte das gewiß nicht tun. DR. J. OHRENSTEIN (fortfahrend): Sie erziehen die Jugend in einer Hypnose vor Moskau und sind selbst bezaubert von dem sozialen Werke, 'das dort geschaffen wird. Gleichzeitig aber ist dort der Zionismus verboten und verfolgt, und das Judentum wird mit Stumpf und Stiel ausgerottet. Sie bringen der Jugend bei, von Rußland zu lernen, und die bolschewistische Literatur nimmt einen entscheidenden Raum in ihren Lesesälen ein. Gewiß gibt man uns in Rußland Menschenrechte, wir dürfen jedoch nicht vergessen, daß man von un