Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 331 (sequence 334)
- Language
- German, English, Hebrew
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ß/nmenftt/ti, Co/dmatw, (ironenunw, Obrvnstvin :v\\ Stadt die Stimmen kassiert worden, während die Hauptwahlkommission sie bestätigt hatte. Die Stimmen wurden auf die Weltwahlliste übertragen. In einem anderen Falle wurde umgekehrt die Entscheidung der Hauptwahlkommission, die Stimmen zu annullieren, aufgehoben, so daß diese Stimmen für Polen wieder in Rechnung kommen. Da« durch ändert sich im Ergebnis für das Land Polen nichts, aber es bekommt eine Partei, und zwar die Judenstaatspartei, durch die Ueberweisung der Stimmen auf die Weltwahlliste ein Mandat mehr, so daß sich jetzt für die Judenstaatspartei jene Ziffer ergibt, die Heru Stricker bereits gestern vorahnend genannt hat. Dr. JEHUDA OHRENSTEIN (Weltverb. Allg. Zion., Wfestg<ilhicn spricht hebräisch): In der kurzen Zeit, die mir zur Verfü^tmtf steht, werde ich mich darum bemühen, nur ganz kurz vier Fragen zu behandeln. Die erste von ihnen ist die Frage des All genieinen Zionismus. Wir sind sehr weit von der Auffassung entfernt, die im Allgemeinen Zionismus eine Partei der Mitte, in den Klassenparteien eine gesunde Erscheinung und die Aufgabe des Allgemeinen Zionismus ausschließlich darin sieht, der Vermittler zwischen den beiden Flügel - Parteien zu sein. Nach unserer eigenen Auffassung ist der Allgemeine Zionismus eine Volksbewegung, die ihre Wurzeln in der tiefen Erkenntnis hat, daß die Lebensgrundlagcn des jüdischen Volkes erschüttert sind, daß wir alle, Arbeiter und Kapitalisten, Freidenker und Religiöse, vom Untergange bedroht sind, von einem Schicksal, das die Unterschiede zwischen uns aufhebt und uns zu der Erkenntnis zwingt, daß gewaltige, gemeinsame, dauernde Anstrengungen notwendig sind, um uns am Leben zu erhalten. So sah der Zionismus in der Zeit Herzls aus. Intuitiv wie ein Seher ahnte Herzl, was in unserem Leben Wirklichkeit werden würde, und verstand es, dem lebendigsten Teile des jüdischen Volkes das Gefühl der Verantwortung für seine Zukunft beizubringen. Neben den Gefahren von draußen, die das ganze Volk dazu zwingen, seine Lebensrechte zu wahren, vereinigt uns auch die starke Liebe zu den Werten des Judentums, seinen Lebensformen und der besonderen Atmosphäre von Heiligkeit, die die Seele des Volkes in den Zeiten der schwersten Verfolgungen erfüllte. Diese beiden Elemente bilden die Grundlage unserer Auffassung vom Allgemeinen Zionismus. Von dieser Auffassung her können wir uns nicht mit der Tatsache abfinden, daß der Allgemeine Zionismus auf diesem Kongresse in 2wei Lager geteilt ist. Wenn schon die Klassen- und Glaubensunterschiede nicht so lebenswichtig sind, daß sie die Parteidifferenzierung und den gegenseitigen Kampf innerhalb des Judentums rechtfertigen können, um wieviel weniger die winzigen Unterschiede, die zu der Schaffung der beiden Gruppen innerhalb des Allgemeinen Zionismus geführt haben. Die Rede, die wir hier von Herrn Blumenfeld gehört haben, bestärkt mich noch mehr in der Erkenntnis, daß wir nur ein Lager sind, und aus tiefster Ueberzeugung kann ich behaupten, daß diq Stunde kommen wird, in der ein geeinter Allgemeiner Zionismus den