Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 328 (sequence 331)
- Language
- German, English, Hebrew
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328 //. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte gestellt werden. Durch systematische Arbeit müssen wir heute in unseren Massen eine Kerntruppe von Menschen finden und erziehen, die mit uns die Organisation neu aufbauen und tragende Elemente im Aufbau von Volk und Staat sind. Die erforderliche Beeinflussung und Formung der Menschen, die zionistische Eroberung der großen Länder des Westens wird ohne die von uns zu mobilisierenden Kräfte des Allgemeinen Zionismus nicht möglich sein. Alle verantwortlichen Instanzen sprechen von den ungeheuren Mitteln, die wir für neue Aufgaben brauchen. Die Leiter der Fonds zeichnen vor unseren Augen ihre Wunschbilder, und jeder ist dnmit einverstanden, daß an Stelle der Hunderttausende in die Kassen der Fonds Millionen fließen. Wir dürfen uns nicht verhehlen, daß unsere Fonds zu dem erhofften und absolut großen Aufstieg niemals kommen werden, ohne eine gründliche Erneuerung der zionistischen Arbeit in allen Ländern, ohne die Verbindung zentraler zionistischer Arbeit mit der Propaganda der Fonds. Wer die Unzulängliqhkeit der bisherigen Arbeit vergessen will;» soll seine Hoffnungen auf neue Abmachungen und Verträge und organisatorische Einrichtungen setzen. Unseren Fonds ist gewiß nicht dadurch zu helfen, daß sie sich gegenseitig ihre Sammelmethoden wegnehmen, sondern nur dadurch, daß eine zionistische Neugestaltung unserer Aktion erfolgt. Wer große Mittel'vom jüdischen Volke verlangt, muß es verstehen, diesem Volke in neuer Form die Notwendigkeit nationalen Kapitals zu zeigen. Routine reicht nicht aus, um auf die Dauer die jüdische Welt in Atem zu halten und von ihr Mittel in bisher unbekanntem Ausmaße zu erlangen. Wir dürfen nicht nur an allgemeine Instinkte appellieren, sondern müssen wieder lernen, den jüdischen Menschen dahin zu führen, daß er fühlt: ich gebe nicht für andere, sondern für mich. Dazu bedarf es eines neuen Kreises von Menschen, der diese Arbeit trägt. Die große Erweckung der Nation für die einzige Aufgabe des Aufbaues hängt von diesem Kreise geschulter und beseelter Menschen ab, die aus allen Gruppen des Zionismus kommen sollten. Die Stärkung der nationalen Fonds ist nxxf möglich, wenn diese Arbeit für die Fonds und die zionistische Propaganda-Arbeit Hand in Hand gehen. Wir müssen die Zionisten jedes Landes, auch in Erez Israel, zu einer zionistischen Organisation zusammenfassen, die nicht Parteizicle, sondern bestimmte konkrete Autgaben zu erfüllen hat. Ich hatte die Pflicht, hier diese Bemerkungen zu machen, weil wir auf diesem Kongreß zu konkreten Ergebnissen in den von mir behandelten Fragen kommen müssen. Man weist darauf hin, daß Palästina blüht, daß es sich rapid entwickelt, vor allem Industrie und städtische Entwicklung. Das ist richtig, aber in dieser Zeit der Prosperity muß man sich hüten, den Zionismus mit einer Palästina-Propaganda zu identifizieren. Diese braucht man nicht zu machen, die Juden kommen jetzt von selbst. Die Bewahrung des Jischuw in der Zukunft wird davon abhängen, ob wir innerhalb der großen Alijah eine Stimmung zu erzeugen vermögen, die einen großen Teil der Einwandernden bedingungslos dem Lande verbindet. Wir brauchen ein jüdisches Volk in