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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 327

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 327 (sequence 330)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Blumenfeld 327 ihr Interesse in ein neues Land, in dem sie Krankheit und Not erwartete, wurden Träger der eigenen, neubelebten Sprache, sie erfanden sich ihre eigene Ideologie, sie paßten die Parteimaximen den Bedürfnissen des Aufbaues an. Und das Unbesiegbare in ihrem Tun war eben der Zionismus, der ihnen die Möglichkeit gab, sich zu behaupten gegen eine kluge, geschulte, geistig bedeutende und machtvolle Front in der internationalen Weltbewegung, mit der es schwer war zu diskutieren, gegen die man oft genug unterlag, der gegenüber man aber stark war durch die tiefe Wirklichkeit des Lebens, durch die Verbundenheit mit eigener Vergangenheit und Zukunft. Es ist möglich, daß diese Fragen heute keine befriedigende Lösung finden können, aber sie stehen vor uns, wenn wir den Versuch machen, die jüdische Welt zu erobern. Vielleicht wird die Arbeiterschaft bei uns, ihrem Partner in der Koalition, auf vielen Gebieten einen viel entschiedeneren Radikalismus finden, als sie ihn selbst in ihrer alltäglichen Arbeit aufbringt. Ich denke an die Frage der Eroberung des Hodens, der Berufsumschichtung und der Stellung zu den reaktionären Kräften im jüdischen Leben. Vor allem aber kann dieser Partner dazu beitragen, daß die konventionelle und "mechanisierte Art der Behandlung neuer Fragen, wie sie allzuleicht in der Parteibürokratie durch Gewöhnung entsteht, wirksam bekämpft wird. Ben-Gurion hat von einer Million Menschen gesprochen, die wir brauchen. Die Frage, ob Erez Israel sie aufnehmen kann, untersuche ich nicht. Ich frage nur, woher sie kommen und wie sie aussehen werden. Man glaubt, daß ein unerschöpfliches Reservoir in der Golah vorhanden ist. Sie irren, meine lieben Freunde. Sie glauben, daß jüdische Katastrophen allein schon Juden zu Zionisten machen. Hüten Sie sich vor diesem Irrtum. Unter dem schlimmsten Druck besteht die Assimilation mit gleicher Stärke weiter. Gewiß kommen viele aus Opportunismus zu uns, sie bleiben aber, wie sie sind, und benützen die Zionistische Organisation als einen Unterschlupf. In den Ländern geringeren Drucks fürchtet man heute mehr als früher den Zionismus. Nichts ist bedenklicher als die Parole, daß es jetzt innerjüdische Auseinandersetzungen nicht mehr zu geben braucht, daß eigentlich alle Nichtzionisten potentielle Zionisten sind. Das ist grundfalsch. Wir haben seit Jahren eine zentrale zionistische Propaganda nicht mehr betrieben, weil wir geglaubt haben, daß uns die Menschen zwangsläufig zuströmen werden. Auch die Jagd nach Zertifikaten wird uns nicht das aufbauende Element in genügendem Ausmaße bringen, und die Erfahrung zeigte, daß die Parteipropaganda nicht zu den notwendigen Resultaten führt. Besonders in den Ländern des Westens fürchtet man sich vor dem Zionismus mehr als je. Man hat die Vorstellung, daß der Zionismus schuld ist an der Verschärfung der Judenfrage. In diesen Ländern ist noch alles für uns zu tun. Wir können Palästina nur aufbauen, wenn es uns gelingt, die jüdische Welt zur zionistischen Entscheidung zu bringen. Sie ahnen nicht, wie schmal der Sektor des Zionismus ist und wie groß die jüdische Welt, in die wir noch nicht eingedrungen sind. Die Judenfrage muß überall neu zur Diskussion

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