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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 322

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 322 (sequence 325)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476292--9366-3485517
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322 //. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte Gesamtinteresse unterzuordnen (Lebhafter Beifall). Niemand soll glauben, daß in Palästina die sogenannte natürliche Entwicklung in unserem Sinne arbeiten wird, und daß die Ziele des Zionismus sozusagen von selbst verwirklicht werden, wenn die Einwanderung der Juden nur groß genug ist. Es bedarf bestimmter nationaler Ideale, die allen gemeinsam sind, die durch die Kräfte der Bewegung im Volke lebendig erhalten werden, die dem Volke seine wahre Gestalt geben. Das wichtigste dieser Ideale ist das Ideal des Pioniertums. Keine Verwirklichung des Zionismus ohne klare Berufsideale. Die schöpferische Periode des nationalen Aufbaues bedarf dieser Berufsideale, die allein bewirken können, daß ein Mensch imstande ist, im Interesse der nationalen Gesamtheit auch gegen sein eigenes wirtschaftliches Interesse zu handeln. Unsere Arbeiterschaft wird unseren Forderungen an das eigene Pioniertum auf die Dauer nur dann genügen können, wenn diese Forderungen zugleich dan Idealen der Gesamt heit des jüdischen Volkes entsprechen. Es gibt keine andere Möglich keit. Wir hatten schon einmal eine solche Zeit, in derr jeder Zionist in den Menschen des Emek die schönste Vertretung der zionistischen Idee erblickte, aber wir hatten damals nur die ersten Schritte realer Arbeit in Palästina getan. Heute sind wir, obwohl immer noch am Anfang, der äußeren Verwirklichung des Zionismus doch schon wesentlich näher gekommen. Aber heute gilt es, den Gedanken des Pioniertums, der in den Jahren des Aufstiegs schwächer geworden ist, im ganzen Volke zu erneuern. Man hat hier von den Spaltungen in unseren Reihen gesprochen. Gewiß, es gibt sie überall, weil sich alle Gruppen heute im Zustande innerer Unsicherheit befinden. Kein Wunder! Wir stehen vor einer neuen Wirklichkeit, und es ist nicht leicht, in der Wirklichkeit des» Lebens die Kräfte der Idee zu bewahren. Dies ist die wichtigste Aufgabe des Kongresses. Die jüdische Welt wird in unserem Kongrei> die höchste Instanz erblicken, wenn er die Kräfte der Bewegung steigert und nicht nur Forderungen an andere aufstellt und sein Genüge in reinen Quantitätsvorstellungen findet. Sagt ein Redner eine Million, so kann der andere zwei Millionen sagen, und es gibt ja noch größere Zahlen. Wir müssen zeigen, daß wir es verstehen, aus den verschiedenen Elementen unseres Volkes eine Nation zu schaffen. Analogien können uns nicht helfen. Bei uns ist es nicht wie bei anderen Völkern, daß die eine Schicht von jeher proletarisch war, und daß dieser Schicht eine in langen Generationen geformte bürgerliche Schicht gegenübersteht. Das Wort von Aronowitsch, der vor Jahrzehnten sagte: „Nicht der Proletarier geht nach Palästina, sondern der Zionist wird in Erez Israel zum Arbeiter14, .ist Wahrheit. Man muß wissen: Hier ist ein Volk, das glücklicherweise in dem gegenwärtigen Stadium noch nicht differenziert ist wie andere Völker, und daraus ergeben sich die größten Möglichkeiten für den Aufbau. Deshalb hat es auch Sinn» Fordeningen an alle zu stellen. Wir verlangen eine neutrale Histadruth. Man wird sagen: sie be-

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