Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 318 (sequence 321)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3476254-3476292--9362-3485513- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
318 //. Kongreß-Sitzung; Generaldebatte 60 Chaluzim waren ohne Zögern zur Auswanderung nach Palästina bereit. Die Väter und Mütter kamen zu uns mit Wehklagen: Wohin führt Ihr unsere Kinder? Es nützte nichts; alle Chaluzim, bis auf einen, fuhren davon. Gerade das aber führte einen völligen Umschwung in der Stimmung der jüdischen Bevölkerung in der Galuth in bezug auf die Ereignisse in Erez Israel herbei. Damals merkten wir gut, welche Bedeutung Hacbscbara und Chaliizhit haben. Und heute? Es wäre eine Täuschung, zu glauben, wir würden nie mehr vor ernsten Augen blicken in Erez Israel stehen. Glauben Sie nicht, daß Erez Israel immer so blühen wird wie heute! Wir werden noch vieles in Erez Israel zu überstehen haben. Wer wird dann nach Erez Israel gehen? Ich erkläre Ihnen: das Werk der Hachscharah, das jetzt die Anerkennung der gesamten Welt, auch der nichtjüdischen, gewonnen hat, — Nichtjuden verfolgen es mit Interesse und kommen nach Polen und in andere Länder, um daran etwas zu lernen, und die Agudas Jisroel organisiert heute selbst Hachscharagruppen - hat uns die Chaluzim erzogen, die auch im August 1929 verstanden haben, daß dies der einzige Weg ist. Einzig und allein dieses W7erk kann die jüdische Jugend zur Erfüllung der chaluzischen Aufgaben erziehen, die unser heute in Erez Israel harren und in Zukunft vielleicht in noch viel größerem Maße vor uns stehen werden. Dieser Erfolg der Hachscharah der jüdischen Jugend bestimmt das Schicksal der zukünftigen Entwicklung des Jischuw und der künftigen Alijah. Wer gegen diese Arbeit die Hand erhebt und verlangt, daß statt organisierter Einwanderer nichtorganisierte kommen mögen, der möge wissen, daß er mit dem Teuersten spielt, das im jüdischen Volk und in der zionistischen Arbeit vorhanden ist (Lebhafter Beifall). REV. M. L. PERLZWEIG (Weltverein., Allg. Zion.% England spricht englisch): Ich möchte meine Rede im Namen der englischen Delegation mit einem Worte der Anerkennung und Hochschätzung für die Arbeit beginnen, die die Exekutive im Laufe der letzten beiden Jahre geleistet hat. Nach meinem bescheidenen Urteil wurde nicht nur diese fruchtbare Arbeit an sich, sondern selbst der nationale Charakter der Arbeit und Politik der Exekutive nicht gebührend aner kannt. So hat man z. B. die Haltung des Organisations-Departements der Exekutive zum Statut des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten beanstandet. Wir englischen Zionisten decken diese Haltung des Organisations-Departements vollständig — nicht deshalb, weil wir mit dem Weltverband der Allgemeinen Zionisten Meinungsverschiedenheiten haben, sondern weil wir glauben, daß es Aufgabe der Allgemeinen Zionisten ist, dem einfachen Zionisten, der zu keiner Partei gehört, einen Platz in der zionistischen Bewegung zu schaffen. Wir sind der Meinung, daß dieser einfache, nicht parteimäßig organisierte Jude einen immer wichtigeren Platz im zionistischen Organismus einnehmen muß. /vus diesem Grunde freuten wir uns so sehr über die große Rede Ben-Gurions, eine Rede, die durch Mut und staatsmännischen Geist gekennzeichnet war. Er sagte uns, daß es einen Zionistenkongreß, zionistische Parteien gibt, aber keine Zionistische Organisation. Das war ein mutiges