Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 311 (sequence 314)
- Language
- German, English, Hebrew
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Uri 3il Und da ich schon den Namen des Herrn Großmann genannt habe, erlauben Sie mir, noch eine kleine Einzelheit zu erwähnen, nachdem ich hier die Beschuldigung gegen die Arbeiter gehört habe. Weiß Herr Großmann, mit welcher überschwenglichen Freude wir in Ness Ziona die erste Gruppe seiner engeren Parteifreunde aufgenommen haben? Weiß er, mit welcher Freude wir ihnen die Hacke in die Hand gedrückt und sie zur Arbeit angeleitet haben? Weiß er, wie gern wir ihnen die Baracken überlasseh haben, weiß er, was eine Baracke einem Arbeiter ist, der in zerfetzten Zelten nächtigt? Jene Baracken aber hatten die Mitglieder der „Gordonia" errichtet, die nachher nach Klar Hachoresch zogen und heute noch in Zelten kampieren. Warum hat Herr Großmann diese Tatsachen nicht erwähnt? Glaubt er uns nicht, wenn wir ihm sagen, daß wir selbst unsere Gegner gern sehen, wenn sie in unseren Reihen stehen, wenn sie, statt die Büchsen des Nationalfonds zu zerbrechen, sie füllen, die Arbeit aufnehmen und mit eigener Hand den Boden erlösen? Hüten wir uns, anstelle einer Opposition, die papierene Petitionen einreichte und hölzerne Schwerter schliff, eine Opposition zu schaffen, die mit Worten streitet! Die Arbeit ist groß, das Volk ruft nach Hilfe, unsere Verantwortung ist groß. Und da treten hier neue Volksführer auf, um das Volk zu spalten, neue Befreier des Mittelstandes. Es ist ja sehr ertreulich, daß neben den Befreiern, die auf der linken Seite sitzen, jetzt auch noch andere „Erlöser14 auftreten. Denn schließlich hat sich um die Ansiedlung des Mittelstandes in Kfar Chassidim und in Kfar Baruch die in der Nachbarschaft siedelnde Arbeiterschaft gekümmert, ebenso wie wir für die Ansiedlung des Mittelstandes aus Deutschland gesorgt haben, sodaß er in den Arbeitersiedlungen Unterkunft finden konnte. Ich möchte jedoch mir selbst und uns allen eine Frage stellen: Wie sieht dieser Mittelstand aus? Sind es die Zehntausende von Juden, die in den Nöten Polens verkommen, von denen die meisten überhaupt nichts besitzen, denen jeder Pfennig fehlt, die nicht die Möglichkeit haben, nach Palästina zu kommen? Ist das der Mittelstand? Zu meinem großen Bedauern müssen wir den Mittelstand geradezu mit Licht suchen, und wir haben ja auch einen Delegierten der Arbeiterschaft aufgeboten, um die Menschen zu suchen, die die wenigen Mittel haben, nach Palästina auszuwandern. Die meisten von ihnen entbehren doch alles. Sieht so der Mittelstand aus? Ich stelle also die Frage, wem man den Vorzug geben soll. Man hat hier von Gleichberechtigung hei der Ansiedlung gesprochen. Gewiß, für die Ansiedlung soll Gleichberechtigung gelten. Dann aber ziehen Sie nicht diejenigen, die noch nicht nach Palästina ausgewandert sind, denen vor, die sich bereits im Lande befinden. In Palästina befinden sich, Herr Bogratschow, noch Arbeiter, die bereits zur Zeit des „Roten Zettels" ins Land gekommen und bis heute noch nicht zur Ansiedlung gelangt sind. Ich fordere eine gerechte Reihenfolge bei der Ansiedlung auch innerhalb der Histadruth. Heute gibt es unter uns einen wirklichen Mittelstand, Leute, die 200 bis 300 Pfund besitzen, dieselben Leute, die zu unserem großen Bedauern die Kolonien verlassen und in der Stadt