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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 310

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 310 (sequence 313)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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310 Elfte Kongreß-Sitzung. Sonntag, 25. August 1935, vormittags. Beginn der Sitzung: io Uhr 45 Min. Vorsitz: Präs. Dr. Ch. Weizmann, JAKOB URI (Arb., Erez Israel — spricht hebräisch): Beim Betreten dieser Tribüne möchte ich wie der Vorbeter am Neujahrs- und Versöhnungstage die Worte des Gebetes sprechen — allerdings mit einer kleinen Textänderung: „Wende Dich dem Munde des Abgesandten Deines Volkes Israel zu. Achte nicht auf das, was sie sprechen, sondern auf das, was sie tun!" Wenn doch an die Stelle unserer Worte unsere Taten treten würden! Wenn doch etwas uns so erschüttern könnte, daß wir Taten vollbringen würden! Wir lassen uns durch Worte erschüttern, dagegen sind wir nicht erschüttert, wenn an die Stelle der jüdischen Arbeit; arabische Arbeit tritt, und sind erschüttert, wenn Posten aufziehen, um diese arabische Arbeit zu verhindern. Wir ließen uns erschüttern, als Herr John Simpson seinen Landentwicklungsplan aufstellte. Dagegen sind wir nicht erschüttert, wenn wir selbst für Fremde das Land entwickeln, wenn wir jüdischen Boden, der mit jüdischem Gelde gekauft ist, nicht von uns und nicht für uns bearbeiten lassen, wenn wir nicht wissen, wann dieser Boden in unseren Besitz übergehen wird. Wir lassen uns nicht erschüttern, wenn Tausende von jenseits de* Landes zur Arbeit ins Land kommen. Wir sollten doch eigentlich erregt darüber sein, wenn die Regierung das erlaubt. Wir lassen uns dadurch jedoch nicht erschüttern und ermöglichen es sogar. Kurz vor dem Kongreß erlebte ich etwas, was mein Herz mit großer Freude erfüllte, mir aber auch die große Verantwortung zeigte. Viele von den Delegierten dieses Kongresses fuhren zu ihm auf einem Schiffe, auf dem jüdische Matrosen arbeiteten. Wie freuten wir uns hierüber! Wissen wir jedoch diese Tatsache gebührend zu schätzen? Tausende von Jahren hat es so etwas nicht gegeben. Die Tatsache legt uns jedoch große Verantwortung auf. Wenn heute jüdische Matrosen auf Schiffen arbeiten, unstet über das Meer fahren, dann müssen wir uns um ihre Familien kümmern. Wenn sie wieder festen Boden unter den Füßen haben, brauchen sie ein Haus, Boden, um auszuruhen. Hat Herr Großmann es für notwendig gehalten, die Sorge für diese Menschen auf sich zu nehmen, sich darum zu kümmern, daß sie eine Heimstatt haben? Er hat es nicht für notwendig gehalten, sich damit abzugeben, sondern ist suchen gegangen, wer das Patent darauf hat. Wir wollen, Herr Großmana, in keine Diskussion darüber eintreten, wer das Patent auf Transjordanien hat, der Stamm Rüben oder der Stamm Gad oder vielleicht die Judenstaatspartei, wenn nur Transjordanien mit jüdischen Dörfern bedeckt ist, die wir selbst gebaut haben.

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