Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 309 (sequence 312)
- Language
- German, English, Hebrew
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Süver 309 in Palästina, und so lange, bis wir es werden, verlangt die Vernunft, daß wir Methoden des geistigen Ringens anwenden sollen. Die fiunge Generation, die allein das Basler Programm zu linde führen wird, findet keinen Anreiz an einem Palästina, welches nur eine Kopie der Galuth sein wird. Wir wollen nicht ein Palästina, welches durch die Bodenspekulation charakterisiert ist. Wir in der Galuth sind jetzt mehr von Palästina abhängig als Palästina von der Galuth. Das Prestige des jüdischen Volkes in der ganzen Welt wird mehr und mehr von der Art des Lebens der Juden in Palästina abhängig sein. Man wird fragen: Bauen die Juden in Palästina ihr nationalesLeben auf den Lehren und Grundsätzen der Propheten? Schützen sie die Rechte der Arbeit, üben sie soziale Gerechtigkeit, pflegen sie Toleranz untereinander und suchen sie gute Beziehungen mit ihren Nachbarvölkern zu unterhalten?- In diesem Zusammenhang möchte ich an die Linke einen Appell in bezug auf die religiöse Frage richten. Alle Gemeinschaften, die etwas mit der Entwicklung des jüdischen Lebens in Palästina zu tun haben, wünschen, daß der Schabbath der Ruhetag sei und als solcher in der Öffentlichkeit, auf dem Lande, in der Stadt, in den Geschäften usw. beobachtet werde. Wenn Sie, die Linken, auf Disziplin bestehen, dann müssen Sie auch auf den Beschlüssen der früheren Kongresse über die Beobachtung des Schabbath bestehen, wobei ich bemerken möchte, daß ich dort, wo es sich um Gewissens- und weltanschauliche Fragen handelt, jede Art von Sanktionen ablehne. Sie sollen das aus einem Gefühl der nationalen Solidarität tun, Sie sollen Ihren Genossen von der Pflicht, von der Schönheit der Beachtung des Schabbath predigen; denn nirgends in der Galuth kann er so gehalten werden. Das ist ihre Verantwortung. Sie in Palästina und wir in der Galuth zusammen werden imstande sein, nicht nur Palästina, sondern auch das jüdische Leben in der ganzen Welt wieder aufzubauen. Möge es das Privileg der jetzigen Generation sein, daß man in Zukunft sagen wird: diese Generation hat in Palästina ein ödes Land vorgefunden und es reich und blühend gemacht, durch die Arbeit ihrer Hände und durch den Geist (Lebhafter Beifall). Schluß der Sitzung: 24 Uhr 25 Min. nachts.