Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 306 (sequence 309)
- Language
- German, English, Hebrew
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306 10. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte Ziel ist, darf sich die Koalition nicht auf eine Institution beschränken, sondern muß alle Interessen, alle Körperschaften und Institutionen in ihren Wirkungskreis einbeziehen. Welchen Sinn hat eine Koalition in der Zionistischen Exekutive, wenn wir in vielen wichtigen Körperschaften des Jischuw keine Koalition, sondern einen Kampf gegeneinander haben. Wir haben z. B. im Waad Leumi eine Koalition zwischen uns und dem Vertreter des Misrachi, Rabbi Ostrowski, gleichzeitig aber bekämpft uns der Vertreter des Misrachi in der Stadtverwaltung von Tel Aviv. Kann man es Koalition nennen, wenn die Möglichkeit besteht, die Stellung des Knesseth Jisrael zu untergraben? Wir streben mit unserem ganzen Herzen eine breite Koalition an. Aber diese Koalition muß alle Gebiete des jüdischen Lebens in Palästina umfassen. Die erste Bedingung dieser Koalition ist die Anerkennung der Bürgerrechte für jeden Juden in Erez Israel, die Einstellung der Rechtsbeschränkung von Juden in Städten und Kolonien. Wir verlangen gleiches Recht für alle im Zionismus, in der Knesseth Jisrael, in der Stadtverwaltung von Tel Aviv und in den Kolonien. Wir verlangen eine einheitliche Erziehung und Aufgabe der Dezentralisie rung. Aber ich sagte es bereits, nicht Einheitlichkeit der Kaserne, son dern ein Maximum von freier Entwicklung für die verschiedenen Strömungen auf dem Gebiete der Erziehung. Wir werden in dieser Koalition den Aufbau einer einheitlichen Zionistischen Organisation in allen Ländern verlangen, damit jeder Jude, unabhängig von seiner Parteizugehörigkeit, auf die Angelegen heiten des Zionismus Einfluß haben kann. Er soll frei wählen können, mit welcher Richtung im Zionismus er gehen will, und sie verlassen können, wann es ihm beliebt. Man sprach hier ironisch von der großen Vision Ben-Gurions. Es ist interessant, daß gerade diejenigen, die den Juden am meisten versprochen, die sich rühmten, daß sie ein „Endziel44 hätten, die den Judenstaat bereits fix und fertig in der Tasche herumtragen, daß gerade diese den großzügigen Plan für den Zionismus, den wir auf lange Sicht aufstellen wollen, ironisieren. Wer so spricht, zeigt, daß er unfähig ist, den richtigen Weg des Zionismus zu sehen. Diejenigen aber, die bisher die Tatsachen im Zionismus geschaffen haben, sind imstande, ohne über Endziele zu sprechen, den Weg für die nächsten Jahre zu bestimmen. Nur noch ein paar offenherzige Worte an die, welche die Zionistische Bewegung mit unserer „Herrschaft44, unserer Macht der Eroberung schrecken wollen. Wir werden nicht neidisch sein, wenn es dem Misrachi gelingt, das religiöse Judentum zu organisieren, wenn der Hapoel Hamisrachi erfolgreich Massen von Chaluzim im Geiste der jüdischen Religion organisiert, wenn die Allgemeinen Zionisten Massen zu organisieren imstande sind. Setzet aber nicht unsere Leistung herab und verkleinert nicht unsere tatsächlichen kolonisatorischen Erfolge. Ihr versündigt Euch, wenn Ihr nicht anerkennt, daß es unseren Anstrengungen gelungen ist, die „eingestürzte Hütte" des Zionismus wieder aufzurichten. Wir haben den Mut, zu erklären, daß wir uns