Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 305 (sequence 308)
- Language
- German, English, Hebrew
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B. Katznelson 305 Wirtschaft nicht nur leeres Gerede sind. Wir haben weder bei der Exekutive, noch bei den Banken, noch an der Hebräischen Universität ein ernsthaftes Forschungsinstitut, das uns auf Wirtschaftsfragen, auf die Fragen des Exports und der Industrie, die entsprechende Antwort geben würde. Es ist eine meiner ernsthaftesten Forderungen, daß nunmehr dieses Institut zur Forschung, zur Auskunfterteilung und zur Anleitung errichtet werde. Ich schließe mich selbstverständlich der Meinung derjenigen an, die die Errichtung eines Kontrollamtes im Zionismus verlangen. Obwohl ich zur Majoritätspartei gehöre, bin ich an einem solchen Institut von ganzem Herzen interessiert, und die ganze zionistische Bewegung ist daran interessiert. Wir haben ein Interesse am absoluten Vertrauen des Volkes, an guter Ordnung in unseren Instituten, an einer richtigen Geldwirtschaft und geordneten Abrechnungen. Wir sind daran interessiert, um jeden Preis ein Kontrollamt zu schaffen, das sich das absolute Vertrauen der Bewegung erwirbt. Herr Großmann hat von der Exekutive verlangt, daß sie einen allgemeinen Arbeitslosen-Fonds für die ganze zionistische Bewegung schafft. Ich schließe mich vollen Herzens dieser Forderung an. Ich will Herrn Großmann ein Geheimnis verraten: Seit vielen Monaten fordert die Histadruth von der Exekutive, daß sie in jedem Jahre große Summen aus der An leihe reserve für die Bedürfnisse eines Arbeitslosen-Fonds bereitstelle. Ich will hoffen, daß die Forderung, weil die Histadruth sie stellt, nicht nunmehr aus Parteigründen von Herrn Großmann für wertlos erklärt wird. Auch ich bin dafür, daß man für schlechte Zeiten, die über der* jischuw kommen können, vorsorgt. Dies erfordert eine Koordinierung unserer Landwirtschaft und der anderen Zweige der Ernährungswirtschaft im Lande. Das war eine ständige Forderung der Arbeiterbewegung. Während, des Weltkrieges haben wir auf diesem Gebiete etwas geleistet, und die Histadruth stellt auch heute entsprechende Forderungen. Man muß dafür sorgen, daß die Wirtschaft auch unter schwierigen Verhältnissen uns liefern kann, was wir brauchen. Aber eines möchte ich dazu bemerken: auch die Sorge um die Sicherheit und andere Sorgen machen die Einheit der zionistischen Bewegung notwendig, die Einheit einer absoluten Kontrolle über alles Geschehen im Lande. Ich schließe mich allen denen an, die sagen, daß die Lage im Zionismus eine möglichst breite Koalition verlangt, natürlich eine richtige und verläßliche Koalition, die zusammenzuarbeiten bereit ist. Ich habe jedoch Forderungen an diese Koalition, und ich bitte, sie sorgfältig zu prüfen. Mit Recht hat bereits Dr. Goldmann der neuen Koalition gewünscht,' daß sie nicht schlechter werde als die alte. Ich wiederhole das; nicht weil ich mit der schmalen Koalition völlig zufrieden bin. Ich fordere von einer Koalition, die ich wähle, viel größere Anstrengungen und manches, was im letzten Jahre nicht geschehen ist. Was ist das Argument für eine große Koalition? Unser Ideenkampf soll nicht in einen Bürgerkrieg ausarten. Wenn dies das 20