Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 301 (sequence 304)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3476254-3476292--9345-3485496- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
B. Katznelson 301 — wenn Ihr also die allgemeine Schule in eine halbreligiöse Schul.» verwandeln wollt — bitte sehr! Aber übt auf andere keinen Zwan<* aus und beschuldigt sie nicht der Spaltung. Eine Spaltung war es auch^ als Dr. Bogratschoff zur Gründung des Gymnasiums in Jaffa schritt und seine Methode des Bibelunterrichtes einführte. (Zwischenruf: Aber die Volksschule war einheitlich!) Auch das Gymnasium beginnt mit der Volksschule, aber möglicherweise tastet es die jüdische Einheit nicht an, weil es für Kinder von Reichen bestimmt ist, die viel bezahlen können. Wenn Ihr Euch ernsthaft mit der Frage der einheitlichen Erziehung befaßt, wenn Ihr wirklich den einigenden Inhalt schaffen wollt, dann müßt Ihr zugeben, daß es in der augenblicklichen Eage des jüdischen Volkes und des Jischuw verschiedene charakteristische Strömungen gibt, die auch in der Erziehung zum Ausdruck kommen müssen. Wir, die Bewegung der Chaluzim, wissen zu schätzen, was die allgemeine Schule geschaffen hat. Wir wissen, was diese Schule für die hebräische Sprache und für die Schaffung eines neuen Schultypus in I.rez Israel geleistet hat. Aber die Chaluzbewegung begnügt sich nicht damit, sie kann sich nicht damit begnügen; denn wir haben chaluzische Forderungen, soziale Bedürfnisse, wir unterrichten das Kind in En Charod, in Nahalal und in Tel Aviv, daß es später nach En Charod und Nahalal geht. Das erfordert die Einbeziehung von mehr palästinensischen, chaluzischen und sozialen Elementen, als es die jetzige normale Schule tut. Wenn Ihr nur das Wohl der Erziehung im Auge hättet, dann würdet Ihr uns vielleicht dankbar sein, daß wir auch Euerer Schule den Weg bahnen. In einer Sache stimme ich Dr. Bogratschoff zu: auch ich lehne die parteimäßige Erziehung ab. Aber ich sage andererseits: kulturelle, pädagogische, soziale Strömungen müssen berücksichtigt werden, aber die Herrschaft einer Partei in der Schule ist abzulehnen. Die Schule kann nicht Alleinbesitz einer Partei sein, weder unserer Partei, noch der des Misrachi, noch der Allgemeinen Zionisten. Die Eltern sind berechtigt, das Erziehungssystem für ihre Kinder im Rahmen des nationalen Erziehungs-Statuts und der nationalen Kontrolle zu wählen — natürlich nur wirkliche Eltern, nicht verfälschte, wie ein Elternverband in den Kolonien, der einen Teil der Eltern ausgeschlossen und die Erziehung zur Domäne der reichen Pflanzer gemacht hat, sondern ein demokratischer Elternrat mit gleichem Recht für alle. Dieses Prinzip muß der Erziehung in Erez Israel zugrundegelcgt werden. Einer Einheit der Erziehung, wie Ihr sie versteht, im Sinne einer Kaserne, wird jedoch kein religiöser Jude und kein Arbeiter zustimmen; keiner von ihnen wird damit einverstanden sein, die Erziehung seiner Kinder unberufenen Händen auszuliefern. Wenn Euer Kampf darum geht, dann führt Ihr einen Kampf, der nur geeignet ist, uns unnötig das Leben zu verbittern. In Palästina gibt es im Erziehungswesen viele autonome Strömungen, unjd keine von ihnen ist geneigt, auf ihre Autonomie zu verzichten. Jetzt sagte die Histadruth Haowdim: wir sind bereit, auf gewisse admiaiistrative Rechte zu verzichten und