Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 299 (sequence 302)
- Language
- German, English, Hebrew
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B. Katznelson 299 möglichkeit habe. Ich leugne das mit allem Nachdruck; ein solches Klagelied ist ein ausgezeichneter Exportartikel. Bei den Verhältnissen, die in der Diaspora zwischen den verschiedenen Arbeitergruppen und in der jüdischen Gasse herrschen, wird man Euch gewiß glauben, wer jedoch die Lage in Erez kennt, ja selbst Eure Leute, werden das nicht glauben. Erst vor kurzer Zeit las ich im „Bustenai" einen Artikel eine« Allgemeinen Zionisten, eines Mitgliedes des Hrtuenivcrlirtiulea, kU*v weiß Gott nicht einer sozialistischen Auffassung verdachtig ist. Der Schreiber bezeugte, daß innerhalb der Histadruth das Verhältnis zu den allgemein-zionistischen Arbeitern nicht nur ein gerechtes ist, sondern daß sie besonderes Entgegenkommen finden. Er erklärt das damit, daß der Histadruth daran liege, neue Kräfte zu gewinnen. Die Begründung ist nicht wichtig, wichtig ist allein die Tatsache, daß auch nach der Proklamation eines besonderen Arbeiterverbandes, von dem man nicht weiß, ob er lebt oder nicht, sich unter uns mehr allgemein- •zionistische Arbeiter befinden als bei Euch, den Allgemeinen Zionisten (Lachen). Die Hilfe der eigenen Institutionen der Arbeiterschaft, der ■ Arbeiterbank, der Krankenkasse, unsere Bemühungen in allen anderen Institutionen, auch im Keren Kajemeth, für die einzelnen Gruppen der allgemein-zionistischen Jugend Boden zu erlangen, unsere Bemühungen um die Leistungen dieser Jugend — all das bezeugt, daß auf dem Gebiete der Organisation, der Lebensbeziehungen und der gemeinsamen Arbeit nie böse Absicht, geschweige denn tatsächliche Benachteiligung, nicht einmal in der Theorie bestand. In unserer Histadruth gibt es eine Reihe von Strömungen, und unter diesen Strömungen bestehen keine geringen Unterschiede — vielleicht größere Gegensätze als zwischen uns und der chaluzischen Jugend der Allgemeinen Zionisten — und dennoch existieren all diese Kreise in der Histadruth Haowdim und kämpfen um ihren Einfluß. Es gibt in der Histadruth kein Gesetz und keine irgendwie gearteten Bestimmungen, die eine neue Bewegung erschweren würden, wenn sie nur ernst ist und Ideen und Massen vertritt. Es gibt keine Bestimmung, die es einer solchen Bewegung unmöglich macht, ihren Einfluß auszuüben. Und wenn Ihr unsere Bewegung als eine Bewegung des „Schaatnes" hinstellen wollt und als Beweis dafür anführt, daß sie verschiedene Fahnen und verschiedene Hymnen hat, und dem gegenüber glauben machen wollt, daß nur Ihr vollkommen einheitlich seid, wenn Ihr die jüdische Welt mit dem Worte „Zweite Internationale" schrecken wollt, dann frage ich Euch: Zionist und Kapitalist zu sein, ist vom zionistischen Standpunkt erlaubt, Zionist und Sozialist zu sein aber verboten? (Zwischenruf BARUCH WEINSTEIN: Erlaubt!) Danke schön! Auch Ihr Allgemeinen Zionisten habt Hymnen und Symbole geändert. Ebenso hat das orthodoxe Judentum seine nationale Symbolik: Zizith, Tefillin und Mizwoth, aber sie haben sich mit diesen Symbolen nicht begnügt, und auch Ihr habt neue Symbole gefunden. Dennoch habt Ihr nicht gesagt, daß das das Volk spaltet. Wenn jedoch unsere Bewegung, die wirklich das eine Volk schafft, die die