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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 296

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 296 (sequence 299)
Language
German, English, Hebrew
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296 HO. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte Diaspora und in Palästina schreiben und tun, im Licht dieser Liebe prüfen. Ich bin nicht so vollkommen, daß ich jeden Haß ableugnen möchte, aber ich bin der Ansicht, daß jeder soziale Haß etwas sehr Negatives ist. Wenn man hier zu sagen versucht, daß der jüdische Arbeiter im Lande den Arbeitgeber haßt, so ist das eine Verleumdung. Ich kenne in Tausenden von Wirtschaften geregelte Verhältnisse. Es gibt freilich im Lande Haß, das leugne ich nicht: Haß gegen solche, die Arbeiter aussperren, Haß gegen die, welche die Polizei holen, welche durch eine gewisse Politik die Drosselung der Alijah herbeiführen — ich glaube nämlich, daß die Lehre von der jüdisch-arabischen Arbeit dazu beiträgt, die Alijah zu hemmen —, Haß gegen dic\ welche zur Regierung laufen und von ihr verlangen, daß sie ein Gcseu gegen die Posten zum Schutze jüdischer Arbeit erlassen. Was hat d:v Allgemeine Zionismus gegen Vorgänge getan, die den Haß unter d::i Juden vermehren, das Verhältnis zwischen den Klassen verschärfen, die Beziehungen zwischen dem Landwirt und der jüdischen Jugend vergiften? Ihr habt nach einem Bündnis mit den Feinden der jüdi sehen Arbeit gerufen. Ich erinnere mich, daß die Menschen, die uns das!hier predigen, einmal ganz anders gesprochen haben. Ich erinnere mich daran, was Bogratschoff vor 25 Jahren bei der Einweihung von En Gannim gesprochen, was er damals über die gesagt hat, die die jüdische Arbeit boykottieren. Und auch das ist ein Allgemeiner Zionist! (Zwischenruf DR. BOGRATSCHOFF: Ich habe vor 25 Jahren dieselben Dinge gesagt.) Ich will die Sache mit der Einigkeit, in deren Namen Sie sprechen, ein wenig erläutern, da auch wir von Einigkeit sprechen und die Einheit der zionistischen Bewegung herbeiführen wollen. Es gibt Bedingungen für diese Einheit. Wer von nationaler Einheit nicht bloß so daherreden will, der ist zu irgendetwas verpflichtet. Glaubt Ihr wirklich, daß es möglich ist, die Einheij: aufzubauen auf der Grundlage einer Beschränkung des Wahlrechts durch einen hohen Zensus, durch die man Tausende von Bürgern und Mitarbeitern am Aufbau des Landes außerhalb des politischen Lebens, außerhalb des öffentlichen Lebens stellt? Wie ist es möglich, die Einheit aufzurichten und zugleich die Konstitution der Knesseth Israel anzugreifen? (Zwischenruf eines Oelegierten der Judenstaatspartei: Ihr habt zugestimmt!) Wir haben Aenderungen zugestimmt, welche die Bürgerrechte nicht antasten. Wir wollen, daß Ihr auf Eure Freunde dahin einwirkt, daß sie eine demokratische Knesseth Israel unterstützen, und das wird Euch wahrlich nicht leicht gelingen. Glaubt Ihr, daß es möglich ist, die Einheit zu fördern und gleichzeitig die Einheit der Histadruth Haowdim aufzulösen? Ihr habt noch eine schöne Parole: Regelung der Arbeitsverhältnisse durch nationalen Einfluß von oben. Mich werdet Ihr mit einer solchen Absicht nicht schrecken. Ich glaube nicht, daß nationale Autorität etwas ist, das nur in einigen Seitenwinkeln des Lebens im Zionismus be* stehen kann. Ich behaupte, daß der ganze Sozialismus auf nationaler Autorität aufgebaut ist. Wo es eine unverfälschte, demokratische, na-

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