Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 295 (sequence 298)
- Language
- German, English, Hebrew
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B. Kaiznelsü'i 295 sehe Gemeinschaft, die nahe daran ist, vollkommen unterzugehen, davor bewahrt, von uns losgerissen zu werden. Wenn ich an das russische Judentum denke, muß ich uns alle, die ganze zionistische Bewegung beschuldigen, daß wir nicht die Verbindung zwischen uns und°den russischen Juden als kardinale politische Aufgabe aufgestellt haben. Das ist zu meinem großen Bedauern bis heute nicht geschehen. Eine Exekutive nach der anderen kam und ging, und auf den Kongressen wurde zwar darüber gesprochen, aber wir sind noch nicht dazu gekommen, die Sache zu einem Programmpunkt unserer Arbeit zu machen. Und nun muß ich auf all die Verleumdungen antworten, die von dieser Tribüne zu hören waren; denn es ist schwer, sie unbeantwortet zu lassen, obwohl ein großer Teil des Kongresses keine Antwort braucht. Herr Großmann hat hier erklärt, daß die Industrie in Erez Israel von der Linken erdrosselt wird. Die Worte kommen mir sehr merkwürdig vor; ich weiß wirklich nicht, wann Herr Großmann zum Anwalt der Industrie und des Mittelstandes wurde, ebenso wie seine Genossen draußen Anwälte des religiösen Judentums geworden sind. Ich kenne die Industrie sehr gut, kenne eine Reihe von Vertretern der Industrie, mit denen ich wiederholt in Verbindung gestanden habe, ohne jemals eine Beschwerde dieser Art von ihnen zu hören. Die gemeinsame Arbeit, die teilweise im Kampfe für die Verteidigung der Interessen des jüdischen Arbeiters vor sich ging, wurde durch Männer geleistet, welche die Industrie zusammen mit jenen geschaffen und nicht nur von ihr geschwätzt haben. Ich hatte keine Ahnung davon, daß die Partei des Herrn Großmann die Vertreterin der Industrie im Lande ist. In der Diskussion wurde diesmal eine neue Saite angeschlagen. Wir hörten hier viele Lobsprüche für die Rede Ben-Gurions, von Herrn Dr. Schwarzbart, von Dr. Schmorak und anderen. Aber jeder fügte hinzu: Ja, die Ausführungen Ben-Gurions waren höchst bedeutsam, aber eure Taten stehen im offenen Widerspruche zu ihnen. Wenn nicht in den Kreisen der Opposition völlige Unwissenheit über alles, was uns angeht, herrschte, wenn sie wüßte, was man bei uns spricht und denkt, wenn sie sich nicht erlaubte, über unsere Angelegenheiten so zu reden, wie es eben mein Vorredner tat, so würdet Ihr wissen, daß die Worte Ben-Gurions völlig im Rahmen der Arbeiterbewegung stehen, daß sie die Frucht der Leistungen sind, die die Arbeiterbewegung vollbracht hat. Alle wollen uns belehren, halten uns schöne Reden von der Einigkeit, sprechen gegen den Haß und für geregelte Arbeitsverhältnisse. Auch Herr Dr. Schmorak belehrt uns darüber, wie wir mit Arbeitgebern, die sündigen, zu sprechen haben. Das ist alles sehr schön, aber bringen alle diese Schönredner auch in ihrer Presse in Lemberg und Jerusalem die jüdische Nächstenliebe zum Ausdruck? Darf man den jüdischen Arbeiter in Erez Israel Tag für Tag und Woche für Woche als Zerstörer des Jischuw und als Frevler hinstellen? Es ist sehr schön, so gegen den Haß zu sprechen, aber Menschen, die die Liebe auf ihr Panier geschrieben haben, müßten doch, was sie in der