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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 294

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 294 (sequence 297)
Language
German, English, Hebrew
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294 io. Kotigreß-Sitzuvg: Generaldebatte die Judenstaatspartei uns erzählen, auf welche Weise sie uns dem Judenstaat näher gebracht hat! Statt dessen verwendet die Opposition ihre Zeit vor allem auf Verleumdungen der Politik des Sozialismus und diesmal auch auf Konflikte über religiöse Fragen. Bei früheren Kongressen hat sich die Opposition über die politische Lage alles vom Herzen geredet und ihre Forderungen an die Regierung vorgebracht. In der letzten Zeit ist dagegen die einzige Regierung, gegen die sich die Opposition auflehnt und mit der sie sich befaßt, die Regierung der Mehrheit im Zionismus, Vor dem Kongreß kam mir z. B. ein ergötzlicher Artikel in die Hand. Darin erklärt einer der Parteiführer, Herr Großmann, am Tage der Kongreßwahlen, wir seien der alten Parteien, der alten Parolen und Programme und der alten Menschen müde geworden und bedürften neuer Männer, neuer Parteien und neuer Parolen. Der Träger dieser neuen Parolen und der neue Mann aber war selbstverständlich — Meir Großmann! Heute haben wir nun diese neuen Parolen gehört* unsere Opposition in und außerhalb des Kongresses in ihrem wahren Wesen kennen gelernt. Ich muß jedoch mit meinen Worten vorsichtig sein, weil ich mich für dieses Werk und für diese Gemeinschaft verantwortlich fühle, und kann daher nicht so unbedacht reden wie Großmann und seine Anhänger. Wir hatten im Verlauf der jüdischen Martyrologie viele schwere Zeiten und mußten in diesem oder jenem Lande um das Schicksal der Juden schwer ringen, aber immer hatten wir das G_>- jübl der Solidarität und der Scbicksalsgemeinscbaft. Wir wußten, daß es verboten ist, das Geschick der Juden zu gefährden, wir wußten, was Befreiung aus der Gefangenschaft und Rettung jüdischer Massen bedeutet. Heute aber, in dieser Periode, die Ben-Gurion mit Recht mit den Kreuzzügen und den Tagen Chmielnickis verglichen hat, heute spürt man bei Parteien, die sich zionistisch-politische Parteien nennen, eine Stimmung, die nichts mit zionistischem Empfinden zu tun hat. In dem Augenblick, da die einzige Bewegung in Israel und in der Welt auftritt, die für die Rettung von Zehntausenden von Menschen, für die Rettung jüdischer Kinder und der jüdischen Gallith' etwas tun kann, die alle diese Menschen nach Erez Israel bringt und sie dort unserem lebendigen Aufbauwerke einfügt, hören wir Spott und Hohn. Zum erstenmale, seit der Zionismus besteht, bietet sich heute, da das Unglück gekommen ist, eine bescheidene Möglichkeit, auf das Unglück der Nation eine Antwort zu geben. Und in diesem Augenblick, da der Zionismus die Probe zu bestehen hat, ob er Rettung zu verschaffen vermag oder nicht, schlägt man uns vor, nur zu protestieren, nichts zu tun als zu protestieren. Wir waren Zeugen davon, wie in Rußland ein wichtiges Glied von Israel losgerissen wurde, wie man nicht nur unsere Arbeiterbewegung, sondern auch unsere Sprache, unsere Kultur und all unsere Werte vernichtete. Wir waren Zeugen davon, wie man für die seelische Verbundenheit mit dem Zionismus Menschen nach Sibirien schickte; wir können daher verstehen, wie bedeutsam es ist, daß man eine jüdi-

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