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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 290

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 290 (sequence 293)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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290 to. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte nisten, — das aber ist eine unangenehme Sache, die Ihr nicht wollt und die wir nicht wollen — oder Ihr macht aus unseren Menschen einen neuen Typus, der keine Seele hat, der zerbrochen ist, neue Marranen. (Zwischenrufe MEIR GROSSMANNS.) Wir kommen zu Euch und sagen: Auf der Grundlage früherer Kongreßbeschlüsse soll ein Arbeitsabkommen geschaffen werden. Haltet uns nicht entgegen, daß unsere eigene Jugend das nicht will! Laßt uns entscheiden, was unsere Arbeiter wollen! Trotz der Opposition, die wir gemacht haben, wollen wir den Kampf mit der Arbeiterschaft nicht (Zwischenruf MEIR GROSSMANNS.) Unsere Jugend soll die Ueberzeugung haben, daß der 19. Kongreß, an den sie ihre Forderungen stellt, ihr helfen wird, ihre Existenzfragen zu lösen, daß es ihr Kongreß ist und die Zionistische Organisation ihre Organisation (Starker Beifall). 1NG. ROBERT STRICKER (Judenst., Oesterreich — spricht deutsch): In seinem politischen Referat sprach der Führer der größten Partei dieses Kongresses, Herr Ben-Gurion, davon, daß dem zionistischen Aufbauwerk in Palästina ungeheure Schwierigkeiten entgegenstehen. Er hat aber auch gesagt, daß der jüdische Genius, daß dis jüdische Arbeit alle diese Schwierigkeiten überwinden wird. Er hat das Hohe Lied von der jüdischen Arbeit gesungen. Und er hatte recht. Die Juden haben in Palästina bewiesen, daß sie arbeiten können. Herr Ben-Gurion knüpfte daran den Gedanken, daß Palästina uns gehören müsse, weil wir in Palästina arbeiten. Er hat damit nichts Neues gesagt, er hat nur wiederholt, was vor ihm Herr Professor Weizmann in drastischerer Form gesagt hat: „Kümmert Euch wenig um Politik, schicket Kapital und Menschen! Die Hauptsache ist die Arbeit. Wenn wir in Palästina arbeiten, kann uns niemand verdrängen." Es ist richtig, daß jüdische Arbeit eine Hauptbedingung ist, wenn es gilt, jüdische Positionen zu sichern. Es ist aber falsch, zu sagen,, daß jüdische Arbeit die einzige oder eine allein ausreichende Garantie ist. Es berührt sonderbar, daß gerade Zionisten, Angehörige des jüdischen Volkes so sprechen. Denn die Juden sind doch ein klassisches Beispiel dafür, daß die These nicht richtig ist. Ist denn Palästina» das erste und einzige Land, wo die Juden Großes geleistet und schöpferisch gearbeitet haben? Haben die Juden nicht auch schon in anderen Ländern ehrlich und schöpferisch und als Pioniere gearbeitet? Man hat uns arbeiten lassen, bis man eines schönen Tages, oder besser gesagt, eines bösen Tages daraufgekommen ist, daß man uns nicht mehr braucht. Dann hat man uns hinausgejagt. Das ist das ewige Spiel in der jüdischen Geschichte. Und warum jagt man uns hinaus? Weshalb kann man uns hinausjagen? Weil wir nicht als die Herren im Hause arbeiten, sondern als Mieter und Aftermieter, und wenn es dem Hausherrn gefällt, setzt er den Mieter vor die Türe. Ich sage Ihnen, wenn wir in Palästina nicht als Herren im eigenen Hause arbeiten werden, dann werden wir in Palästina dasselbe Schicksal erfahren. Herren im eigenen Haus aber können wir nur in einem Judenstaat sein (Beifall bei der Judenstaatspartei). Beim zweiten Zionistenkongreß sagte Theodor Herzl: „Wer ein

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