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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 288

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 288 (sequence 291)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476292--9332-3485483
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288 io. Kongreß-Silzwig; Generaldebatte Gruppen einigenden Erlösungswillen ausgegeben. Uns Allgemeinen Zio- (nisten ist es sehr lieb, zu hören, daß man jetzt von verschiedenen Seiten dieses Programm vertritt, das wir seit Jahren predigen und in dessen Geiste wir unsere Jugend in unserem Allgemein-zionistischen He chaluz erziehen. Diese Parole geben wir unserer Jugend nach Erez Israel mit, damit sie dort nicht darauf ausgeht, über andere zu herrschen, sondern mit anderen zusammenzuarbeiten. Damit aber diese Forderung in Erez Israel zu einer Realität wird, halten wir Allgemeinen Zionisten eine wesentliche Aenderung im Bereiche der Arbeitsverhältnisse für notwendig. Dieses Problem hat zwei Seiten. Die eine ist die Frage des Verhältnisses zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, die andere die der Beziehungen zwischen den Arbeitern untereinander. Was die erste Frage betrifft, so sind wir der Ansicht, daß der jüdische Arbeiter, der nach Erez Israel kommt, mit Recht mehr Lebensmöglichkeiten für sich fordern darf, damit sie seinen Bedürfnissen entsprechen. Aber unserer Ansicht nach liegt ein Widerspruch vor, wenn einerseits der Arbeiter mit seinen gerechten Forderungen kommt, andererseits aber Dinge geschehen, die dahin ausgelegt werden können, daß der Arbeiter einen Klassenkampf führt. Um diesen Widerspruch zu beseitigen, erheben wir seit Jahren die For de ruf ig der?iationalen Arbitrage und stellen sie auch jetzt. Wenn die Arbeitsbeziehungen reguliert werden, geschieht dies in beiderseitigem Interesse, sowohl dem der Arbeitgeber, als auch dem der Arbeitnehmer. Daher soll diese Regelung nicht durch eine Partei erfolgen, sondern es soll eine obligatorische Schiedsgerichtsbarkeit eingeführt werden, um Streitigkeiten zu vermeiden. Was den zweiten Teil des Problems der Arbeitsbeziehungen anlangt, so erheben wir auch da eine grundsätzliche Forderung, nämlich die, daß das elementare Recht auf Arbeit jedem Arbeiter zuerkannt werde, ohne Rücksicht auf seine Anschauungen und seine Parteizugehörigkeit. Der Kampf um Ideen und UeberZeugungen, der sich in unserer Bewegung und meiner Meinung nach mit Recht abspielt, soll nur durch die Macht der Ideen und Ueberzeugungen geführt werden. Dagegen darf in diesen Kampf das Recht auf Arbeit, Existenz und Leben nicht hineingezogen werden. Die Erscheinungen der letzten Jahre haben jedoch bewiesen, daß dem leider nicht immer so ist, und gerade wir Allgemeinen Zionisten haben darüber etwas zu sagen. Ich habe die Allgemeinen Zionisten gesehen, die vor einiger Zeit nach Erez Israel gingen, um dort aus tiefster Ueberzeugung heraus Arbeiter zu werden; wir sandten sie hin, um den Allgemeinen Zionismus mit dem ganzen Arbeitsproblem, den ganzen konkreten Dingen in Erez Israel zu verbinden. Ich habe dann im Lande gesehen, wie diese unsere Arbeiter einige Zeit, nachdem sie ins Land gekommen waren, scheus gedrückt, heimlich einander zuflüsterten: „Wir dürfen unsere Anschauung nicht offen zeigen; wir müssen uns anders geben, weil wir sonst keine Möglichkeit haben, zu existieren" (Zwischenrufe und Unruhe links). Später erst kam mit einer gewissen Schamlosigkeit zum Ausdruck, daß man nicht mehr an Ideen und Ueberzeugungen glaubt,

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