Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 287 (sequence 290)
- Language
- German, English, Hebrew
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Gcldbloom* Stupp 287 Ich bedaure sehr, daß ein Teil unseres Lagers uns verlassen hat und daran geht, eine eigene Tribüne zu errichten, eins neue Zionistische Organisation zu gründen. Die Zukunft wird zeigen, ob diese unsere Freunde recht oder unrecht hatten, als sie uns verließen. Wir wissen aus unserer Geschichte und der Geschichte des Zionismus, welche Kraft diejenigen hatten, welche für sich eine eigene Tribüne schufen. Ich bedaure sehr, daß es auf diesem bisher größten aller Kongresse die neuartige Erscheinung gibt, daß ein bedeutsamer Teil an den Arbeiten des Kongresses nicht teilnimmt. Ich hoffe, unsere Freunde von beiden Seiten, vom Misrachi und von den Arbeitern, werden uns schon im Laufe des morgigen Tages mitteilen können, daß eine Verständigung möglich war, damit sich wieder alte Kongreßteilnehmer an unserer Arbeit beteiligen. Ich möchte in diesem Zusammenhange an ein Wert Herzls aus dem „Judenstaat4* erinnern: „Der Tempel wird weithin sichtbar darin stehen, weil uns ja nur der alte Glaube zusammengehalten hat". Natürlich ist dabei ein jeder frei, seinen Glauben in seinem Herzen zu tragen, und einer der Grundsätze des Zionismus ist die Freiheit des Glaubens und der Meinung. Dies sollten die Mitglieder des Kongresses sich vor Augen halten! Ich möchte ferner darauf hinweisen, daß wir auf der Tagesordnung des Kongresses einen Punkt über die Fragen der Erziehung und Kultur haben. Meine Zeit ist freilich viel zu beschränkt, als daß ich 'darüber ausführlich sprechen könnte. Ich möchte also nur im Namen unserer Fraktion erklären, daß wir uns für die Lösung dieser Frage einsetzen werden. Es ist an der Zeit, daß der Kongreß und unsere Organisation die Beschlüsse betreffend die hebräische Erziehung und Kultur ausführt, die schon auf dem V. Kongreß und später auf mehreren Kongressen gefaßt wurden (Beifall). Wir hoffen, daß die neue Exekutive alles tun wird, um die geistige Arbeit in unser Arbeitsprogramm aufzunehmen. Zum Schluß möchte ich noch im Namen meiner Fraktion feststellen, daß wir die Berichte der Exekutive mit Genugtuung gelesen haben. Man hat hier viel Kritik geübt, und sicherlich werden wir noch viel Kritik hören. Wir erachten es jedoch als unsere Pflicht, der Exekutive, die auf dem XVIII. Kongreß gewählt wurde, unsere Achtung auszusprechen. Trotz aller Schwierigkeiten, trotz der Opposition von allen Seiten, hatte sie mehr Erfolg als irgendeine Exekutive vor ihr. Wir sprechen ihr unseren Dank aus und hoffen, daß dieser Kongreß eine Exekutive auf einer breiten Basis unter Beteiligung aller Parteien wählen wird. Wir brauchen eine breite Koalition, damit wir unter den heutigen schweren Verhältnissen, da man uns von allen Seiten vernichten will, bestehen können. In dieser schweren Zeit müssen wilder Welt zeigen, daß das alte jüdische Volk stark und einig ist in seiner Forderung: ein Gott, eine Sprache, ein Land! (Lebhafter Beifall.) 'DR. ABRAHAM STUPP (Weltverb. Allg. Zion., Ostgalizien — spricht jüdisch): In dieser Generaldebatte haben mehrere Redner die Parole von der Zusammen arbeit und von dem alle Schichten und