Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 281 (sequence 284)
- Language
- German, English, Hebrew
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O. Grünbaum, Reiss, Herlitz 281 letzten Willen zu versagen. Und die Zionistische Organisation tut dies in einer unwürdigen Weise. VORS. VIZEPRÄS. ING.A. REISS: Die Zionistische Organisation tut nichts in einer unwürdigen Weise! Ich bitte Sie, dieses Wort zurückzuziehen! DR. OSKAR GRÜNBAUM (fortfahrend): Ich ziehe das Wert zu rück. Ich werde Tatsachen konstatieren und überlasse es Ihnen, dann Ihre Schlüsse daraus zu ziehen. Der letzte Kongreß hat beschlossen, daß die Ueherfi'dyrung der Gebeine Herzls bis zu Pessach dieses Jahres erfolgen soll. Es ist nicht geschehen. Ich spreche im Namen des Zionistischen Landesverbandes für Oesterreich und, wie ich glaube, im Namen aller Zionisten Oesterreichs, und bitte Sie, den letzten Willen Theodor Herzls zu erfüllen. Es geht nicht an, die Behandlung dieser Frage im A.C. immer als letzten Punkt auf die Tagesordnung zu setzen und immer wieder zu verschieben. Ich verstehe ganz gut, daß es hier delikate Fragen gibt, daß auch der Leiter des Politischen Departements ein Wort dabei mitzureden haben wirid, daß auch die Wahl des Ortes Schwierigkeiten macht, aber das alles darf uns nicht hindern, den letzten Willen Herzls zu erfüllen. Wir wünschen, daß dies ohne weiteren Aufschub geschieht und daß die Begräbnisstätte so beschaffen sein möge, daß in ihr die Größe, die Einzigartigkeit, die Einmaligkeit der Persönlichkeit Theodor Herzls zum Ausdruck kommt. Die Ueberführung wird eine große symbolische Bedeutung haben. Es wird, darin der Wille des ganzen Volkes zum Ausdruck kommen, dem Rufe des großen Führers zu folgen und die Judenfrage zu lösen. Noch eine Bemerkung: Ich habe es schmerzlich vermißt, daß bei diesem Kongreß Theodor Herzls offiziell nicht gedacht worden ist. Ich glaube, daß es am Platze ist, Herzls immer von neuem zu gedenken. So oft man in seinen Schriften liest, immer öffnen sich neue Perspektiven auf diese große Persönlichkeit. Und ich möchte an die Linke appellieren und mit einem Worte schließen, das Theodor Herzl, ich glaube in der Eröffnungsrede zum z. Kongreß, gesprochen hat und das ich aus -dem Gedächtnis zitiere: „Es lohnt sich nicht, zionistische Arbeit zu leisten, wenn dadurch nichts anderes geschehen soll, als die Etablierung einer neuen Gesellschaft in Palästina. Es lohnt sich nur, wenn in Palästina eine neue und eine gerechtere menschliche Gesellschaft entsteht44. (Lebhafter Beifall), PRÄS.-SEK. DR. G. HERLITZ: Im Auftrage des Präsidiums teile ich mit, daß sich der Nominationsausschuß wie folgt zusammensetzt: Arbeiterpartei: I. Idelson, Dr. A. Tartakower; Weitvereinigimg der Allgemeinen Zionisten: L. N. Eningen, Margosches; Weltverband der Allgemeinen Zionisten: Dr. P. Adlersberg, J. Neiger\ Judenstaatspartei: Budkowski, N. Moskowsky. Schluß der Sitzung: 17 Uhr 35 Min. nachmittags.