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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 280

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 280 (sequence 283)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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280 g. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte Verhalten an die Geschichte von dem Rabbiner, der, als er beim Essen von rituell verbotener Speise getroffen wurde, sagte: „Richtet euch nach meinen Worten, nicht nach meinen Taten!" Wir" wollen die Exekutive nach ihren Taten richten. Ich muß insbesondere Herrn Jizchak Grünbaum den Vorwurf machen, daß er trotz aller Bitten und allem Drängen die besonders schwierige Lage Oesterreichs nicht berücksichtigte. Wir haben ihm die hoffnungslose Lage der Jugend vorgestellt, wir haben um Zertifikate gebeten und gebettelt, und was ist gekommen? 16 Zertifikate für die Agudas Jisroel und blutwenig Zertifikate für die Zionisten. Ich appelliere an Herrn Grünbaum, er möge endlich ein Einsehen haben. Bringen Sie die Leute nicht zur Verzweiflung und treiben Sie sie nicht ins revisionistische Lager! Ich verstehe die Schwierigkeit der Situation, aber man muß bedenken, daß wenig Zertifikate großes Unheil verhüten können. Ich bitte Sie im Namen aller Zionisten Oesterreichs: Gehen Sie ab von der Politik der Starrsinnigkeit und geben Sie uns die Zertifikate, die uns in Oesterreich gebühren! Und nun möchte ich an die Linke einen Appell richten: Ich gebe ohne weiteres zu, daß der Allgemeine Zionismus bis in die letzten Jahre nichts war als ein Galuthzionismus. Sie waren diejenigen, welche den Zionismus zuerst an sich erfüllt haben und ich danke Ihnen dafür, wenn ich auch hundertprozentig ablehne, was Sie politisch tun. Aber ich bitte Sie um das eine: Wir haben eine immerhin starke allgemeinzionistische Jugendbewegung. Sie ist in Erez Israel vielleicht klein. Zeigen Sie, die Sie die Macht haben, daß Sie auch loyal sein können! Lassen Sie insbesondere unseren jungen Menschen vom Kibbuz Winai schel Gdud . Zeirim ihr Recht werden, denn auch sie sind Arbeiter, auch wenn sie allgemein-zionistische Arbeiter sind. Beweisen Sie durch Taten und nicht nur durch die Rede von Ben-Gurion, daß es Ihnen ehrlich darum zu tun ist, daß eine große Koalition — nicht nur in der Exekutive, sondern im ganzen Zionismus zustande komme! Schätzen Sie die revisionistische Gefahr nicht zu gering! Zeigen Sie Ihren guten Willen zu dieser großen Koalition durch eine loyale Behandlung der allgemein-zionistischen Kibbuzim, und Sie werden an uns loyale Gegner haben, wenn wir uns auch von Ihnen politisch distanzieren. Und nun will ich noch eine Frage berühren, bei der die Ehre der Zionistischen Organisation auf dem Spiele steht. Sie alle wissen, daß Übeodor Herzl den letzten Wunsch geäußert hat, daß seine Gebeine nach Palästina überführt werden. Wir in Wien sind stolz darauf, daß wir die Hüter des Grabes Theodor Herzls sind. Aber wir sind stets von Trauer erfüllt, wenn wir an seinem Grabe vorüberziehen und uns dessen bewußt werden, daß er den Wunsch geäußert hat, seine Gebeine mögen nach Erez Israel überführt werden, während sie noch immer in der harten, grausamen Erde der Galuth liegen. Das Herzl- Komitee in Wien, dem der hier anwesende letzte Testamentsvollstrecker Herzls, Herr Direktor Reichenfeld, angehört und dessen Mitglied auch ich bin, hat sich bemüht, die Ueberführung durchzu- «tzen, jedoch vergebens. Es geht nicht an, einem Sterbenden den

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