Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 278 (sequence 281)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3476254-3476292--9322-3485473- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
278 9- Kongreß-Sitzung: Generaldebatte auf moderner Kultur zu entwickeln. Wir müssen einen Einstain der Landwirtschaft suchen. Wir verlangen noch etwas, was noch wichtiger ist und was Ihr nicht getan habt. Es betrifft den Mittelstand. Was ich jetzt sage, sage ich nicht gerade deshalb, weil die Zionistische Exekutive gewissermaßen eine linke ist. Im Verlaufe des Kongresses darf ich gewiß Kritik üben, aber nach erfolgter Wahl der neuen Exekutive bin ich ein einfacher Soldat, der seine Pflicht tut. Es gab eine Zeit, da stand Kaplansky von der Linken an der Spitze des Kolomsations-Departements, aber gerade bei ihm fand ich, das sage ich ganz offen, warmes Verständnis für den Mittelstand. Ich kenne die Mängel und Fehler; ihre Abstellung dürfen wir jedoch nicht von der Exekutive verlangen sondern von Euch Vertretern des Volkes, weil kein Geld in der Kasse ist. Aber es gibt Dinge, an denen Ihr von der Exekutive schuld seid, nicht gerade diese Exekutive, sondern alle Exekutiven. Ihr habt nichts getan, dieser schweren Frage näherzutreten, den Kreislauf der Landwirtschaft zu regulieren, die Verbindung zu bilden, zwischen allen Zweigen der Landwirtschaft. Ich sagte dies schon bezüglich der Pardessanuth, wo es nicht nur eine Geldfrage ist, sondern auch eine Frage der Hingabe. Ihr hättet Euch mit allen Menschen und allen Institutionen in Verbindung setzen müssen, ebenso wie Ihr es in politischen Dingen tut; Ihr hättet Euch für alle diese Fragen interessieren müssen und sie nicht uns oder anderen Landwirten überlassen dürfen. Noch eines: Man sprach hier bereits über die Bodenspekulation. Ihr wißt, daß ich auch beim vorigen Kongreß von dieser Tribüne über die Frage der Bodenspekulation sprach. Ihr habt meinen Worten zugestimmt und auch Beschlüsse angenommen. Doch was habt Ihr getan? Nichts! Ich weiß, daß es schwer ist, etwas zu tun, aber Ihr habt es an den nötigsten Bemühungen fehlen lassen. Ich stimme allem zu, was gegen die Spekulation gesprochen wurde, aber das wird nicht helfen, solange ein Jude kommt, um Boden zu kaufen, und kein Institut hat, an das er sich wenden kann und das den Boden für ihn bereit« hält. Gewiß, wir haben die P.L.D.C. Ich kenne ihren Wert und bin nicht dagegen, daß sie von uns gefördert wird und das einzige Institut für Bodenkauf und -Verkauf ist. Trotzdem stelle ich fest, daß, wenn heute jemand Boden kaufen will, kein Institut da ist, das Boden für ihn bereit hält. Dadurch treiben wir ihn in die Hände der Spekulanten. Und selbst anständige Juden im Land und im Ausland halten sich an diese Spekulanten, weil sie nicht anders können. Denn die Zionistische Exekutive hat den Beschluß des vorigen Kongresses nicht erfüllt. Noch ein Wort über jüdische Arbeit, Ich glaube, daß jeder Zionist bereits den Wert der jüdischen Arbeit kennt. Ich stimme hundertprozentig all dem zu, was Bogratschoff in dieser Hinsicht sagte, wenn er auch zu den Allgemeinen Zionisten der Gruppe B. gehört. Aber wenn wir nur an das Gewissen appellieren, so weiß ich — bei allem Vertrauen, das ich dem Gewissen entgegenbringe —, daß wir auch konkrete Dinge tun müssen, um die jüdische Arbeit zu legalisieren vmd denen, die für jüdische Arbeit kämpfen und die auf diesem